Mord an Unternehmern: Prozess wird neu aufgerollt

dpa Frankenthal. Mehr als drei Jahre nach dem gewaltsamen Tod zweier Unternehmer aus dem badischen Brühl und aus Ludwigshafen wird der Prozess gegen eine mutmaßliche Mittäterin neu aufgerollt. Im Mittelpunkt der am heutigen Mittwoch beginnenden Verhandlung steht nach Angaben des Landgerichts Frankenthal (Rheinland-Pfalz) insbesondere die Frage, ob die Angeklagte bei der Tötung des zweiten Opfers als Mittäterin gehandelt hat.

Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

Die Richter hatten die Deutsche und zwei Männer mit türkischer Staatsbürgerschaft im Herbst 2018 unter anderem wegen Mordes zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Zudem stellten sie die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen. In einem Fall wurde auch eine anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet.

Die Kammer sah es damals als erwiesen an, dass das Trio die zwei Unternehmer Ende 2016 zunächst unter einem Vorwand in Lagerhallen gelockt und ihnen Geld abgepresst hat. Danach erdrosselten sie die beiden 64 und 49 Jahre alten Männer. Ein Opfer stammte aus dem ehemaligen Jugoslawien, das andere hatte türkische Wurzeln.

Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das Urteil größtenteils. Den Tatbeitrag der 46-Jährigen stuften die Karlsruher Richter aber als nicht ausreichend ein. Daher hoben sie den Schuldspruch gegen sie auf und ordneten eine Neuverhandlung vor einer anderen Strafkammer des Landgerichts an. Bis Ende Dezember sind zunächst neun weitere Verhandlungstage terminiert.

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Erstellt:
9. September 2020, 01:59 Uhr

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