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Mord aus Habgier? 36-Jähriger nach Einbruch vor Gericht

dpa Ulm. Drei Männer brechen in Ulm in eine Wohnung ein, misshandeln den Bewohner und kleben ihm den Mund zu - das Opfer erstickt. Ein Ehepaar wurde für die Tat schon verurteilt. Nun hat der Prozess gegen einen weiteren Tatverdächtigen begonnen.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Mitten in der Nacht dringen drei Einbrecher in eine Wohnung in Ulm ein. Sie schlagen den 59 Jahre alten Bewohner mit einer Eisenstange, fesseln und knebeln ihn so stark, dass er stirbt. Für den Einbruch mit tödlichen Folgen muss sich seit Dienstag einer der mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht Ulm verantworten. Dem 36-Jährigen wird vorgeworfen, in der Dreikönigsnacht 2018 mit zwei Komplizen in die Wohnung des Opfers und seiner 81-jährigen Mutter in Ulm eingebrochen zu sein.

Zwei der Einbrecher, darunter der Angeklagte, sollen ihr Opfer mit dem Eisenstab niedergeschlagen und mit Klebeband gefesselt haben und ihm anschließend den Mund vollständig zugeklebt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft blutete der 59-Jährige dabei so stark aus der Nase, dass er zu wenig Luft bekam. Er starb wenig später an den Folgen des Sauerstoffmangels. Die Mutter des Opfers wurde bei dem Einbruch leicht verletzt. Die Täter stahlen Schmuck im Wert von etwa 10 000 Euro und flüchteten mit der Beute.

Laut Anklage sollen die Einbrecher den Tod des Mannes in Kauf genommen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten deshalb vor, einen Menschen aus Habgier und zur Ermöglichung einer anderen Straftat getötet zu haben. Der Anwalt des 36-Jährigen sagte dagegen zum Prozessauftakt, dass sein Mandant möglicherweise nicht mit im Haus gewesen sei, sondern nur „Schmiere“ gestanden habe.

Der Angeklagte selbst machte am Dienstag keine Angaben. Er war im Februar in Israel festgenommen und an die deutschen Justizbehörden überstellt worden. Laut Gericht wurde der Mann - der nach eigenen Angaben in Kirgistan geboren wurde und die israelische Staatsbürgerschaft hat - schon mehrfach wegen Diebstahls verurteilt. Über sein Alter gab es am Dienstag verschiedene Aussagen: Während das Gericht 1985 als Geburtsjahr angab, sagte der Beschuldigte, er sei 1984 geboren worden.

In der Sache war im vergangenen September ein Mann wegen Mordes aus Habgier zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Ehefrau des Mannes erhielt wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Weil sie die Mutter des Opfers für die Arbeiterwohlfahrt betreut hatte, soll die Frau gewusst haben, wo sich der Schmuck der Seniorin befand und wie das Haus gesichert war. Während des Einbruchs soll sie im Auto gewartet haben.

Für den Prozess sind derzeit 14 Verhandlungstage geplant. Ein Urteil wird im November erwartet.

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Erstellt:
25. August 2020, 12:50 Uhr

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