Muslimischer Bürgermeisteranwärter bleibt beim Nein

dpa Wallerstein. Die Spitze der CSU ist mit dem Versuch gescheitert, den muslimischen Unternehmer Sener Sahin doch noch von einer Kandidatur als Bürgermeister im schwäbischen Wallerstein (Bayern) zu überzeugen. Generalsekretär Markus Blume habe deswegen mit dem 44-Jährigen telefoniert, teilte die CSU-Pressestelle am Dienstag mit. Sahin selbst bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass er nicht mehr antrete. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ berichtet.

Sener Sahin. Foto: Privat/dpa/Archivbild

Sener Sahin. Foto: Privat/dpa/Archivbild

Sahin hatte vor wenigen Tagen seine Bereitschaft zurückgezogen, bei der Kommunalwahl am 15. März für die CSU als Rathauschef zu kandidieren. Seine Bewerbung war zuvor aus den Reihen der Christsozialen wegen dessen Religion kritisiert worden. Parteichef Markus Söder bedauerte die Entscheidung Sahins und will den Vorgang aufarbeiten lassen.

Der Unternehmer sagte der „Augsburger Allgemeinen“, dass Blume angeboten habe, „persönlich zur Nominierungsversammlung zu kommen, um die Vorurteile an der Wallersteiner CSU-Basis abzubauen“. Generalsekretär Blume selbst sagte dem Blatt: „Wir hätten Herrn Sahin für einen sehr, sehr guten Kandidaten gehalten.“ Die Parteispitze habe „wirklich alles probiert, um ihn noch mal zu gewinnen und seinen Entschluss zu überdenken“.

Zuvor hatte der 44-Jährige in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) gesagt, dass er erst in Jahrzehnten mit muslimischen Bürgermeistern in ländlichen Regionen Bayerns rechnet.

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Erstellt:
7. Januar 2020, 18:13 Uhr

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