Forschungsinstitut Insa
Nach der Wahl: Cem Özdemir lässt bei Beliebtheit Markus Söder hinter sich
Baden-Württembergs Wahlsieger Cem Özdemir hat in Sachen Beliebtheit seinen Konkurrenten Manuel Hagel weit hinter sich gelassen. Nun punktet er auch im bundesweiten Politiker-Ranking.
© Bernd Weißbrod/dpa
Nach der erfolgreichen Landtagswahl steht Cem Özdemir auch im bundesweiten Ranking weit oben.
Von Eberhard Wein
In Baden-Württemberg ist der CDU-Mann Manuel Hagel gegenüber den Beliebtheitswerten von Cem Özdemir weit abgeschlagen geblieben. Jetzt zeigt eine neue Umfrage, dass der erfolgreiche grüne Spitzenkandidat bei der Landtagswahl vor einer Woche auch bundesweit gut ankommt. Wie das Meinungsforschungsinstitut Insa im Auftrag der „Bild“-Zeitung ermittelt hat, gilt Özdemir demnach als aktuell zweitbeliebtester Spitzenpolitiker in Deutschland. Bei den Grünen ist er der einzige, der sich unter den besten Zehn platzieren kann.
Bei der letzten derartigen Umfrage war Özdemir von den Meinungsforschern überhaupt nicht abgefragt worden. Diesmal kommt der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister aus dem Stand auf 4,4 Punkte und lässt damit auch den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und den Regierungschef von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU), hinter sich, die mit 4,2 Punkten jeweils um einen Platz nach hinten rücken. Unangefochtene Nummer eins in der Gunst der Deutschen ist seit Monaten der SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius mit 5,2 Punkten. Insgesamt reicht die Skala von null bis zehn.
Der Bundeskanzler rutscht weiter ab
Ermittelt wurden die Zahlen vom 13. bis 16. März, also rund um das Wochenende nach der Landtagswahl, die am 8. März stattfand. Die Klage der Landes- und Bundes-CDU über eine angebliche Schmutzkampagne der Grünen konnte demnach bei den Befragten offenbar nicht verfangen. Im Schlussspurt des baden-württembergischen Wahlkampfs war nach einem entsprechenden Post einer Grünen-Bundestagsabgeordneten über ein acht Jahre altes Video diskutiert worden, in dem Hagel von einem Schulbesuch in einer überwiegend mit Mädchen besetzten Klasse geschwärmt hatte.
Im aktuellen Ranking verbessern kann sich SPD-Chef Lars Klingbeil, der jetzt auf Position fünf folgt. Die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek liegt auf Platz zehn, die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel auf Platz elf. Leicht verbessern kann sich die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die sich auf Platz 17 wiederfindet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rutscht hingegen weiter ab von 15 auf 18. Den letzten Platz in dieser Auflistung belegt weiterhin der CDU-Fraktionschef Jens Spahn mit 2,9 Punkten. 20 Namen bundesweit bedeutender Politiker wurden von Insa abgefragt, Hagel befand sich wie die meisten Landespolitiker nicht darunter.
