Prozess am Landgericht Ellwangen
Nachbarn mit Hammer angegriffen – Streit landet vor Gericht
Verkleidet und unter Drogen soll ein Mann seinem Nachbarn aufgelauert und mit einem Hammer attackiert haben. Was steckt hinter dem eskalierten Streit?
© Uwe Kempf/dpa
Der Angeklagte (M) und die Rechtsanwälte Andreas Kugel (l) und Raol Sander sitzen im Landgericht zu Beginn des Prozesses wegen versuchten Mordes.
Von red/dpa/lsw
Ein 47-Jähriger soll versucht haben, einen Nachbarn mit einem Hammer zu erschlagen. Nun steht er unter anderem wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Ellwangen. Der Angeklagte ließ am ersten Verhandlungstag offen, ob er sich zu dem Vorfall äußern wird. Er willigte ein, dass ihn ein Sachverständiger bis zur Fortsetzung des Verfahrens Anfang Juni untersucht.
Der Anklage zufolge hat der Mann dem 54-Jährigen im November in Frankenhardt (Kreis Schwäbisch Hall) an der Kellertreppe des Wohnhauses aufgelauert, in dem beide lebten. Er sei mit einer Perücke und einem Schal verkleidet gewesen und habe dem Nachbarn unter Einfluss von Kokain und Cannabis mit einem Zimmermannshammer kräftig gegen die Stirn geschlagen.
Das 54-jährige Opfer konnte zwar weitere Schläge abwehren, erlitt aber weitere Treffer am Körper. Durch den Kampf verloren beide Männer das Gleichgewicht und stürzten die Kellertreppe hinunter. Eine Nachbarin, die auf den Streit aufmerksam wurde, verständigte Polizei und Rettungskräfte.
Urteil Anfang Juni erwartet
Das Opfer wurde mit einem Schädelbruch, einer ausgekugelten Schulter und mehreren Prellungen in eine Klinik nach Schwäbisch Hall gebracht. Auch der Angeklagte musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Er wurde später verhaftet und sitzt nun in Schwäbisch Hall in Untersuchungshaft.
Hintergrund der Attacke soll der Staatsanwaltschaft zufolge ein langjähriger Nachbarschaftsstreit gewesen sein. Ein Urteil wird Anfang Juni erwartet.
