Neue Anlaufstelle für die Allmersbacher Jugend

Die lange Suche nach einer neuen Heimat für den Jugendtreff hat ein Ende gefunden. Bürgermeisterin Patrizia Rall übergibt das Jugendhaus in der Backnanger Straße am Samstag seiner Bestimmung. Die Jugendlichen haben bei der Renovierung der Räumlichkeiten mitgeholfen.

Bürgermeisterin Patrizia Rall freut sich, den jungen Menschen wieder ein niederschwelliges Angebot machen zu können. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Bürgermeisterin Patrizia Rall freut sich, den jungen Menschen wieder ein niederschwelliges Angebot machen zu können. Foto: A. Becher

Von Wolfgang Gleich

Allmersbach im Tal. Regen hin, Schnee her, in Allmersbach ist am Samstagnachmittag gefeiert worden. Der Grund: Das neu eingerichtete Jugendhaus in der Backnanger Straße 12 öffnete seine Pforten.

Bei einer kleinen Feier übergab Bürgermeisterin Patrizia Rall das Haus seinen neuen Nutzern, dem dreiköpfigen Mitarbeiterteam und den Jugendlichen aus Allmersbach und Heutensbach. Aktive Jugendarbeit habe in Allmersbach eine lange Tradition, blickte Rall zurück. Bereits 1996 stellte die Gemeinde dem „Verein Jugendtreff“ Räumlichkeiten in Heutensbach zur Verfügung, ein „Provisorium“, das dann über 24 Jahre hielt. 1998 wurde die erste hauptamtliche Betreuungskraft eingestellt. Eine konzeptionelle Weiterentwicklung habe die Jugendarbeit dann 2009 erfahren, als in Zusammenarbeit mit der Paulinenpflege Winnenden die offene und mobile Jugendarbeit in Allmersbach Einzug hielt.

Für die offene Jugendarbeit stellten Räumlichkeiten einen wichtigen Bestandteil dar, betonte Rall. Die Teilnahme sei niederschwellig, nicht an eine Mitgliedschaft gebunden und lebe nach dem Prinzip der Freiwilligkeit. Die Angebote orientierten sich an den Interessen und Bedürfnissen der Jugendlichen; deren Alltag stehe im Mittelpunkt. „Die offene Jugendarbeit versteht sich somit als Arbeit für und mit Jugendlichen und findet vor Ort statt.“ Jugendliche seien heute gänzlich anderen Anforderungen und Schwierigkeiten ausgesetzt als noch die Generationen zuvor. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seien kaum änderbar; offene Jugendarbeit könne jedoch versuchen, im konkreten Einzelfall Hilfestellung zu geben, sei es bei Bewerbungen, Problemen im Elternhaus, in der Beziehung, mit Drogen oder im Bereich Gewalt. Diese Arbeit erfordere professionelles Handeln, pädagogisches Personal und einen Ort, an dem sich die Jugendlichen wohlfühlten und zu dem sie gern kämen. Sie sei guter Dinge und hoffe, so Rall, dass dies in den frisch renovierten Räumen des Hauses der Fall sein werde. Nachdem im Juli des vergangenen Jahres die Konzeption und Raumplanung im Gemeinderat vorgestellt worden waren, habe dieser die notwendigen Mittel freigegeben, sodass in den vergangenen Wochen und Monaten saniert, die Elektrik erneuert, Heizung und Sanitärinstallationen überprüft, Wände eingezogen, Bodenbeläge entfernt und tapeziert werden konnte. „Die Jugendlichen selbst haben bei der Renovierung tatkräftig Hand angelegt“, unterstrich Rall. Das Graffito an der Rückseite des Gebäudes habe der Graffitikünstler Moritz Krämer zusammen mit den Jugendlichen gestaltet. Das Gebäude befinde sich zentral in der Allmersbacher Ortsmitte, sei gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch dem Bus erreichbar. Darüber freue sie sich besonders, ergänzte Lena Parentin, eine der drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus, denn das Jugendhaus solle als Bestandteil des Gemeinschaftslebens des Ortes wahrgenommen werden und auch in dieses hineinwirken.

Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen zwischen acht und achtzehn Jahren, so ihr Kollege Simon Scheurle, unterscheide sich in Allmersbach letztendlich nicht von der mit Gleichaltrigen in städtischen Zentren wie Backnang oder Waiblingen, die Probleme und Herausforderungen seien durchaus vergleichbar.

Das Haus habe montags, mittwochs und freitags geöffnet, die Angebote richteten sich an die jeweiligen Altersgruppen. Weil man in den letzten zwei Jahren über keine feste Anlaufstelle verfügte und auch coronabedingt mit Einschränkungen zu kämpfen hatte, betonte Mirko Eichentopf, der Dritte im Mitarbeiterteam, freue man sich nun besonders auf die Arbeit im Haus, das mit seinen zwei Fitnessräumen, Konsolenraum, Billard, Kicker, Küche, Aufenthaltsraum, Büro für vertrauliche Gespräche und vielseitig nutzbarem Außenbereich ein breites Spektrum an Möglichkeiten biete. Man betreibe zwar auch „mobile Jugendarbeit“, suche die Jugendlichen also dort auf, wo sie sich treffen, der Schwerpunkt liege aber bei der offenen Jugendarbeit. Insgesamt zirka 30 bis 40 Jugendliche betreue das Team im Moment, so Scheurle, in den neuen Räumen, nun hoffe man, diese Zahl weiter zu steigern.

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Erstellt:
4. April 2022, 06:00 Uhr

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