Neue Doppelspitze in den Backnanger Werkstätten der Paulinenpflege
Seit Mitte Januar leiten Ramona Czech und Michaela Horvat den Werkstattverbund der Paulinenpflege.
Backnang. Die Backnanger Werkstätten der Paulinenpflege und deren 175 Mitarbeitende haben jetzt sogar zwei Chefinnen, nämlich Sozialpädagogin Ramona Czech und Sozialmanagerin Michaela Horvat. Beide sind seit wenigen Wochen die neue Geschäftsbereichsleitung der Backnanger Werkstätten (BKW) in Winnenden, Murrhardt und Backnang.
Der Austausch mit den Mitarbeitern ist Ramona Czech, ein Teil des neuen Leitungsduos, sehr wichtig. Foto: Paulienpflege
Die 38-jährige Ramona Czech ist seit 2022 in der Paulinenpflege, sie war bisher in der Unternehmensentwicklung der diakonischen Einrichtung tätig. Auch hier war schon einer ihrer Schwerpunkte die Weiterentwicklung der Backnanger Werkstätten. Jetzt ist sie natürlich noch viel näher dran an Mitarbeitenden wie auch Beschäftigten: „Als ich an meinen ersten Arbeitstagen hier durch die verschiedenen Werkstattgruppen gelaufen bin, sind mir die Herzlichkeit und die Vielfalt aufgefallen. Das Bunte der Paulinenpflege, das ich bisher bei meiner Tätigkeit in der Unternehmensentwicklung im Großen kennengelernt habe, findet sich auch hier im etwas kleineren Rahmen. Hier warten auf mich neue Herausforderungen, auf die ich mich sehr freue.“
Für die Industrie innovativ sein
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Die liegen, wie auch Michaela Horvat betont, unter anderem darin, den individuellen Bedarfen der Klientinnen und Klienten gerecht zu werden und gleichzeitig abwechslungsreiche und wirtschaftliche Aufträge von der Industrie zu bekommen. „Deshalb ist eine Doppelspitze mit verschiedenen Schwerpunkten für eine Werkstatt für behinderte Menschen zeitgemäß. Wir müssen für die Industrie innovativ sein und für unsere Menschen mit Behinderung ganz individuell Beschäftigung, Betreuung und Förderung anbieten können“, erklärt Michaela Horvat, die die Backnanger Werkstätten schon seit vielen Jahren als Sozialdienst, Projektleiterin und pädagogische Leitung kennt. Sie ist nun von der Vermittlerin zur Entscheiderin geworden. Die 48-Jährige hat bereits 1998 als Studentin der sozialen Arbeit in der Paulinenpflege angefangen. „Manche haben gefragt, ob sie mich noch duzen dürfen. Auch wenn das meist mehr im Spaß gefragt wurde, ist es mir wichtig zu zeigen, dass ich mit der neuen Leitungsaufgabe genauso nah dranbleiben will an Beschäftigten wie Mitarbeitenden.“
Auch die Rolle von Ramona Czech hat sich geändert: „Ich habe in meiner Zeit in der Unternehmensentwicklung gemerkt, in den Werkstätten gibt es viel Potenzial – damals ging’s um Beratung, jetzt geht’s in die Umsetzung. Wichtig ist auch mir der enge Austausch zwischen uns beiden sowie mit den Mitarbeitenden.“ Und Horvat ergänzt: „Wir wollen alle BKWler mit ihrer Meinung wertschätzen und unsere Entscheidungen nicht am grünen Tisch treffen.“ In Zeiten von rasanten Veränderungen in Wirtschaft und Sozialpolitik wird die Teilhabe immer wichtiger und herausfordernder.
Derzeit sind im Berufsbildungs- und Arbeitsbereich sowie an betriebsintegrierten Arbeitsplätzen der Backnanger Werkstätten 460 Menschen mit Behinderung beziehungsweise mit psychischer Beeinträchtigung sowie aus dem Autismusspektrum beschäftigt. In den Fördergruppen werden 70 Klienten unterstützt und betreut. pm
