„Aktenzeichen XY“-Ergebnisse

Neue Spuren in Cold Case von 1991

Eine Woche nach der Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ sind bei der Polizei mehrere neue Hinweise eingegangen. Auch ein Mordfall aus Köln, der seit 1991 ungeklärt ist, könnte dadurch wieder Bewegung bekommen.

Moderator Rudi Cerne präsentiert zwölf neue Folgen "Aktenzeichen XY... Ungelöst".

© ZDF/Nadine Rupp

Moderator Rudi Cerne präsentiert zwölf neue Folgen "Aktenzeichen XY... Ungelöst".

Von Katrin Jokic

Nach dem TV-Aufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ vom 25. Februar sind bei den Ermittlern rund 30 neue Hinweise zum Mord an Seckin Caglar eingegangen. Die damals 16-jährige Supermarkt-Angestellte war am Abend des 16. Oktober 1991 nach der Arbeit nicht nach Hause gekommen. Am nächsten Morgen fand man ihren Leichnam in Köln in der Nähe einer Straßenbahnhaltestelle. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Mädchen vergewaltigt und erdrosselt.

Kölner Mordkommission – DNA-Spur vorhanden, Täter weiter unbekannt

Nach der Tat richtete die Kölner Kriminalpolizei eine Mordkommission ein und suchte intensiv nach Zeugen, die im Bereich der Haltestelle etwas Verdächtiges beobachtet hatten. Im Laufe der Jahre gelang es den Ermittlern, aus gesicherten Spuren eine Täter-DNA zu isolieren.

Darauf aufbauend startete die Cold-Case-Einheit eine umfangreiche DNA-Reihenuntersuchung: Männer aus dem Umfeld des Tatorts, die damals in die mutmaßliche Altersgruppe des Täters fielen, sollten freiwillig Proben abgeben. Die Proben wurden nach Polizeiangaben anonymisiert mit dem Täterprofil abgeglichen und anschließend vernichtet. Obwohl die Beteiligung hoch gewesen sein soll, blieb ein Treffer aus – der Täter war offenbar nicht unter den Probanden.

Nun könnten die neuen Hinweise helfen. Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt Bayern, das die Sendung fachlich begleitet, erklärte, auffällig sei, dass Namen erneut genannt worden seien – darunter auch solche, die bereits in den 1990er-Jahren in den Fokus geraten waren.

Hinweise auch zu Sexualstraftaten in Norddeutschland

Nicht nur der Kölner Cold Case löste Reaktionen aus. In einem weiteren in der Sendung behandelten Fall geht es um eine Serie sexualisierter Gewalt in Hamburg und Neumünster: Zwischen 2020 und 2024 soll ein Mann mindestens drei junge Frauen zu sexuellen Handlungen gedrängt und sie teils vergewaltigt haben. Auch dazu seien zahlreiche Hinweise eingegangen, sagte Puchelt. Details zu den Inhalten nannten die Ermittler allerdings nicht – der Fall habe derzeit Priorität, deshalb wolle man nicht zu viel preisgeben.

Zu diesem Verfahren wird weiterhin nach Hinweisen auf ein Phantombild gesucht.

Sparkassenüberfall: Markenaufdrucke als Ansatz

Ebenfalls Thema der Nachberichterstattung ist ein Sparkassenüberfall in Villingen-Schwenningen. Am 28. November 2024 soll ein Mann, bewaffnet mit einem Messer, in kurzer Zeit Geld erbeutet haben. In der Sendung war ein Foto des Tatverdächtigen zu sehen – darauf seien auf Handschuhen und Jacke Markenaufdrucke erkennbar gewesen. Auch hierzu seien Hinweise eingegangen, die derzeit geprüft würden. Zudem seien erneut Namen genannt worden, was häufig vorkomme und nun ausgewertet werden müsse.

Die Polizei wertet die eingegangenen Hinweise in allen Fällen weiter aus. Ob sich daraus konkrete neue Ermittlungsansätze ergeben, soll sich in den kommenden Tagen zeigen.

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Erstellt:
5. März 2026, 09:08 Uhr

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