Lifestyle in der Autoindustrie

Neue Zeitrechnung: Porsche eröffnet Uhrenmanufaktur mit Hollywood-Star

Das Geschäft mit Luxusuhren nimmt bei Porsche Fahrt auf. Das zeigt sich im neuen Produktionswerk in der Schweiz, wo auch ein prominenter Werbeträger präsentiert wird.

Direkte Verbindung: der Porsche 911 aus dem Jahr 1963 und die Uhrenmanufaktur in Grenchen. 

© Peter Stolterfoht

Direkte Verbindung: der Porsche 911 aus dem Jahr 1963 und die Uhrenmanufaktur in Grenchen. 

Von Peter Stolterfoht

Der Begriff kommt etwas sperrig daher: „Fahrzeugbegleitende Uhren.“ Und das obwohl diese Luxusprodukte der Marke Porsche ziemlich schnittig gestaltet sind, ganz im Stile der Sportwagen des Stuttgarter Autobauers.

In den Uhren findet sich dann auch ganz viel Porsche wieder. Das fängt bei den Materialien an, das Armband kann aus dem Leder sein, mit denen auch die Autositze bezogen sind. Oder aus dem Titan, das in den Fahrzeugen verbaut ist. Dazu Rotoren, die exakt so gestaltet sind wie die Originalfelgen. Zusammengebaut wird das alles jetzt in der eigenen Manufaktur in Grenchen. Dieses neue Porsche-„Uhrwerk“ in der Schweiz hat gerade offiziell den Betrieb aufgenommen.

Konfigurieren wie einen Porsche-Sportwagen

Wie bei den Autos steht in der Sparte Uhren die Individualisierung im Mittelpunkt der Porsche-Idee. Denn die Zeitmesser lassen sich konfigurieren wie ein Auto. „Keine unserer Uhren gleicht der anderen“, sagt Rolf Bergmann, Chef der „Porsche Design Timepieces Manufaktur“ anlässlich ihrer Eröffnung.

Für die aufwendige Herstellung hat Porsche in Grenchen die perfekten Bedingungen. Die ehemalige Produktionsstätte des Uhrenproduzenten Eterna ist ganz auf die eigenen Ansprüche zugeschnitten. Die 1955 erbaute Fabrik wurde 2024 gekauft und innerhalb von 18 Monaten umfassend modernisiert und komplett neu strukturiert. Auf einer Fläche von rund 3600 Quadratmetern stehen jetzt zehn hochmoderne Uhrmacherarbeitsplätze zur Verfügung.

„Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zum Geschäftsfeld Timepieces und Ausdruck unserer unternehmerischen Überzeugung, diesen Bereich weiter auszubauen“, so Matthias Becker, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG und Beiratsvorsitzender der Porsche Lifestyle Group, zu der das Uhrengeschäft gehört.

Das alles wurde bei der Eröffnung stolz präsentiert – und dazu auch noch gleich ein prominenter Werbeträger für die Luxusuhren. Der britische Hollywoodstar Orlando Bloom geht für Porsche als Markenbotschafter dieser zeitlosen Zeitmesser an den Start. Und der unterstrich gleich, dass er sich mit desem Produkt perfekt identifizieren kann. Porsche ist der einzige Automobilhersteller der Uhren aus eigener Produktion anbieten kann.

Zuvor ließ man die in den Porsche-Designstudios entstandenen Entwürfe von Lizenzpartnern anfertigen – von den Firmen Orfina, IWC und Eterna.

Im Zentrum der Schweizer Uhrenindustrie

In die Eigenherstellung stieg Porsche vor 14 Jahren ein – mit dem Produktionsort Solothurn. Nur 20 Kilometer entfernt davon liegt nun die neue Heimat Grenchen, eines der Zentren der Schweizer Uhrenindustrie, die allesamt kurz vor oder gleich hinter dem „Rösti-Graben“ liegen, wie die deutsch-französische Sprachgrenze genannt wird.

Dass die mechanischen Uhren von Porsche überhaupt in der Schweiz produziert werden, hat mit der Zertifizierung und dem Qualitätssiegel „Swiss made“ zu tun. Dort ist schließlich das traditionelle Uhrmacherhandwerk zu Hause.

Und dabei passt für Porsche besonders gut, dass in Grenchen eine angesehene Ausbildungsstätte für Uhrmacher und Uhrmacherinnen beheimatet ist.

Los ging es mit dem Uhrengeschäft beim Sportwagenhersteller im Jahr 1972: Nach dem Rückzug der Familie Porsche aus dem operativen Autogeschäft gründete Ferdinand Alexander Porsche im österreichischen Zell am See ein Designstudio und widmete sich dort intensiv der Gestaltung von Uhren. Der Enkel von Firmengründer Ferdinand Porsche hatte bereits 1963 mit dem Porsche 911 eine Design-Ikone geschaffen. Seine Vision war es in der Folge, die Prinzipien und den Mythos Porsche über die Grenzen des Automobils hinaus zu tragen.

Porsche machte sich im Geschäft mit hochwertigen Chronografen und den Initialen F.A. auch in dieser Branche schnell einen Namen. Der Erfinder des Porsche-Designs starb 2012 in Salzburg.

Der Sportwagen fürs Handgelenk

Besonders deutlich wird dieser funktionale und puristische Designansatz am „Chronographen 1“, der sich unverkennbar auf den 911er bezieht. Diese zwischen 9000 und 12 000 Euro teure Uhr wird als „persönlicher Sportwagen fürs Handgelenk“ beworben. Insgesamt 5000 Uhren sind in Grenchen aktuell die anvisierte Jahresproduktion. Getreu dem Motto von F.A. Porsche: „Es geht nicht darum, viel zu bauen, sondern darum, gut zu bauen.“

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Erstellt:
26. März 2026, 16:18 Uhr
Aktualisiert:
26. März 2026, 16:23 Uhr

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