Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Neuer Albaufstieg der A8 umstritten: Baubeginn ungewiss

dpa/lsw Gruibingen. Seit Jahren ärgern sich Autofahrer und Bewohner umliegender Orte über Dauerstaus am Albaufstieg der A8. Ein sechsstreifiger Neubau soll Abhilfe schaffen. Doch es gibt auch Vorbehalte.

Autos fahren auf der A8 neben einer Lärmschutzwand. Im Hintergrund ist der Ort Gruibingen zu sehen. Foto: Marijan Murat/Archiv

Autos fahren auf der A8 neben einer Lärmschutzwand. Im Hintergrund ist der Ort Gruibingen zu sehen. Foto: Marijan Murat/Archiv

Die von vielen herbeigesehnte Beseitigung des Autobahn-„Flaschenhalses“ zwischen Stuttgart und München könnte noch weiter in die Ferne rücken. Wie heftig der seit Jahren geplante Neubau des Albaufstiegs für ein Ende von Dauerstaus an diesem A8-Abschnitt umstritten ist, wurde am Donnerstag bei einem öffentlichen Erörterungstermin deutlich. Gegner und Befürworter des auf 600 Millionen Euro veranschlagten Bauvorhabens brachten in Gruibingen (Landkreis Göppingen) teils kontroverse Argumente vor.

Zugleich blieb unklar, wann das Planfeststellungsverfahren für das schon seit 2004 diskutierte Vorhaben abgeschlossen werden kann. Das Verkehrsministerium hatte dies noch vor einem Jahr für den Herbst 2019 in Aussicht gestellt. Mittlerweile liegen jedoch rund 3000 private Einwendungen vor.

Vertreter der Bürgerinitiative „A8 Drackensteiner Hang“ kritisierten die bislang vorgesehene sogenannte E-Trasse für den neuen Albaufstieg als sehr umweltschädlich. „Verluste bei Umwelt und Natur wurden als nicht so bedeutend erachtet“, sagte der Sprecher der Initiative, Michael Danner. Sie würde mit einer großen Autobahnbrücke über das Gosbachtal „bei einer jahrelangen Bauzeit und mit gigantischen Brückenpfeilern den Lebensraum geschützter Tiere zerstören und unumkehrbare Schäden anrichten“.

Die Initiative befürwortet eine vor vielen Jahren entwickelte sogenannte K-Trasse mit nur einer Brücke, die weitgehend dem alten A8-Albaufstieg folgt. Straßenbauexperten haben dagegen technische Bedenken.

Befürworter der direkt verlaufenden E-Trasse mit zwei Brücken und zwei Tunneln mahnten vor rund 200 Bürgern in der Gruibinger Sickenbühlhalle zur Eile. „Seit Jahren fordern wir, dass es vorangeht“, sagte der Göppinger Landrat Edgar Wolff (Freie Wähler). „Wir hoffen, dass wir endlich auf die Zielgerade kommen.“ Die umliegenden Gemeinden würden seit Jahren unter dem Ausweichverkehr bei immer häufigeren Staus auf der A8 leiden. „Der Albaufstieg ist der letzte Flaschenhals zwischen Stuttgart und München.“

Der Bund hatte im Oktober 2018 die Finanzierung des Vorhabens im Umfang von rund 600 Millionen Euro zugesichert. Zuvor waren Vorstellungen von einer Mautstrecke oder einer privaten Trägerschaft zu den Akten gelegt worden.

Der Erörterungstermin sei „ein wichtiger Meilenstein“, sagte Gertrud Bühler, Präsidentin der Abteilung Wirtschaft und Infrastruktur des Regierungspräsidiums. „Nun müssen alle Einwendungen, Argumente und Vorschläge gründlich, aber auch zügig geprüft werden, damit das Planfeststellungsverfahren so bald wie möglich abgeschlossen werden kann.“ Ein konkreter Termin sei dafür aber noch nicht in Sicht. Nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens könnte es laut Einschätzung von Experten bis zur Fertigstellung des Neubaus noch rund acht Jahre dauern.

Zum Artikel

Erstellt:
26. September 2019, 14:37 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Baden-Württemberg

Mercedes-Truck-Chef sieht Brasilien-Geschäft auf gutem Weg

dpa Stuttgart/Sao Paolo. Nach dem massiven Einbruch vor einigen Jahren hat sich das für Daimler wichtige Lastwagengeschäft in Brasilien weiter deutlich erholt... mehr...