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Nicht nur Sport im Blick

Rainer Mögle, der Vorsitzende der TSG 1846, als Blattkritiker

„Die BKZ gehört zu meinem Leben“, sagt der gebürtige Backnanger Rainer Mögle. Redaktionsleiter Kornelius Fritz und Redakteurin Lorena Greppo hören das natürlich gerne. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

„Die BKZ gehört zu meinem Leben“, sagt der gebürtige Backnanger Rainer Mögle. Redaktionsleiter Kornelius Fritz und Redakteurin Lorena Greppo hören das natürlich gerne. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

BACKNANG. „Die BKZ gehört zu meinem Leben“, sagt Rainer Mögle, „sie liegt bereits seit frühester Jugend auf dem Frühstückstisch.“ Beste Voraussetzungen also für die vierte Runde der „Blattkritik“, zu welcher der 55-Jährige als Vorsitzender der TSG Backnang 1846 und damit des größten Sportvereins der Stadt mit seinen etwa 3100 Mitgliedern ausholen darf.

Mögle verrät zu Beginn, dass sein erster Blick den Todesanzeigen gilt, „um verstorbene Mitglieder angemessen würdigen zu können“. Auch danach blättere er meistens nicht sofort zum Sport, „da ich vieles ohnehin weiß, weil ich selbst dabei war“. Der Vereinsfunktionär schaut im Lokalteil, ob es zum Beispiel etwas Neues zur Karl-Euerle-Halle gibt. Beim Sport angekommen, orientiert sich der gebürtige Backnanger an den Überschriften: „Wo TSG draufsteht, steckt auch TSG drin.“ Er erfahre vieles erst aus der Zeitung und deutet auf einen Artikel über die Volleyball-Senioren, die im Neuen Schloss in Stuttgart geehrt wurden. Ein Extra-Lob hat Rainer Mögle für die Serien über „Bewegende Sportmomente“ oder Athleten aus der Region, die in der Fremde erfolgreich sind, übrig: „So etwas wertet die reine Ergebnisberichterstattung enorm auf.“ Die Rubrik Spielfeldrand scannt Mögle dagegen nur nach Namen, die ihm etwas sagen, „dann lese ich auch die Geschichte – deshalb sind die Namen wohl auch halbfett gedruckt“.

Eine zutreffende Vermutung sowie ein Beweis seiner Fachkenntnis, die auch damit zu tun hat, dass der TSG-Vorsitzende einst als Pressewart der Fechter Zeitungsartikel schrieb. Für verzichtbar hält Mögle die gedruckten Ergebnisse und Tabellen. „Das wird vielleicht ein Digitalisierungsopfer werden“, sagt er, tippt auf das Logo, das darauf hinweist, dass alles auch im Internet unter www.bkz.de zu finden ist, und ergänzt: „Ihr seid ja darauf vorbereitet.“

Nicht vorbereitet war dagegen er selbst, als die BKZ die Schaufensterseite für Berichte von Vereinen und Institutionen ins Leben rief. „Damit habe ich am Anfang furchtbar gefremdelt“, gibt er zu, aber inzwischen habe er sich mit diesem Konzept ebenso angefreundet wie mit anderen Veränderungen: „Ich halte den Lokalteil wieder für sehr ausgewogen.“ Alles lese er schon aus Zeitgründen dennoch nicht. „Es ist das Gute an der Zeitung, dass man auch etwas überblättern kann“, sagt Mögle schmunzelnd. Hängen geblieben sei er in der aktuellen Ausgabe an Artikeln über den Rückgang der Zahlen bei unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen und den Kinderkrisendienst im Kreis, da Kindeswohl und Jugendschutz „ein Thema ist, dem wir uns auch im Verein widmen“. Sehr wichtig sei für ihn die kommunalpolitische Berichterstattung: „Die BKZ ist mein verlängertes Ohr in den Backnanger Gemeinderat.“ Die noch recht neue Seite „Blick ins Umland“ könnte sich in Mögles Augen mal dem Thema widmen, was andere Städte für Hallen und ihre gesamte Sportinfrastruktur ausgegeben haben.

„Die Demokratie ist an einem gefährlichen Punkt. Wir müssen Profil und Kante zeigen und alle an unserem Platz dafür kämpfen, dass sie stabil bleibt“, mahnt Mögle. „Ein freier, unabhängiger Journalismus ist einer der wichtigsten Punkte.“

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Erstellt:
4. Dezember 2019, 16:00 Uhr

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