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Notorischer Dieb und Beleidiger soll in eine Anstalt

49-Jähriger befindet sich laut Ankläger in schizophrenem Zustand – Urteil soll am 10. April gesprochen werden

Das Landgericht in Stuttgart verhandelt gegen einen Mann, dem zahlreiche verschiedene Straftaten zur Last gelegt werden. Symbolfoto: Fotolia/R. Tavani

© Romolo Tavani

Das Landgericht in Stuttgart verhandelt gegen einen Mann, dem zahlreiche verschiedene Straftaten zur Last gelegt werden. Symbolfoto: Fotolia/R. Tavani

Von Bernd S. Winckler

WINNENDEN. Schweigend sitzt ein 49-jähriger Mann aus Angola mit Wohnsitz in Winnenden auf der Anklagebank der 18. Großen Staatsschutzkammer des Stuttgarter Landgerichts. Im Zustand einer paranoiden Psychose soll er ab 2017 bis Oktober letzten Jahres zahlreiche Ladendiebstähle im Rems-Murr-Kreis und Stuttgart begangen, dabei Polizeibeamte beleidigt, Ladendetektive verletzt und in der psychiatrischen Klinik in Winnenden einen Patienten mit Fausthieben zu Boden geprügelt haben.

Woher genau er stammt, welchen Beruf er hat und warum er sich in Deutschland aufhält, sagt der 49-Jährige den Richtern der Stuttgarter Strafkammer nicht.

Auch zu den Vorwürfen des mehrfachen räuberischen Diebstahls, Körperverletzung, mehrfacher Beleidigung gegen Polizeibeamte, Leistungserschleichung und gemeinschädlicher Sachbeschädigung schweigt er sich aus.

In zwei getrennten Anklageschriften listet der Staatsanwalt gegen ihn auf: Beim Diebstahl von Zigaretten am Stuttgart Hauptbahnhof stieß er eine Frau zu Boden. Polizisten, die ihn festnehmen wollen, beleidigt er.

Alkohol gestohlen und Personal beleidigt

Nach einem Diebstahl einer Weinflasche und Fleisch in einem Supermarkt in Weinstadt beleidigt er die Polizei mit Nazi-Parolen. Genauso tut er das, nach dem Diebstahl eines Elektrorasierers im Wert von 48,99 Euro. Auch danach wird er wieder beim Diebstahl von Lebensmitteln in einem Winnender Supermarkt erwischt und soll auch hier die Ladenangestellten beleidigt haben. In Leutenbach war es eine Flasche Whisky, mit der er flüchtete, ehe er gefasst wurde und wieder wüste Beleidigungen gegen die Polizei vom Stapel ließ.

Schließlich schaffte es die Polizei, den Angeklagten im Januar letzten Jahres am Stuttgarter Flughafen festzunehmen, nachdem bekannt wurde, dass er in zahlreichen Fällen jeweils ohne Fahrschein mit der S-Bahn zwischen Stuttgart und Winnenden unterwegs war. Und auch hier beim Ertapptwerden die Kontrolleure und die Polizei beleidigt haben soll. Auf der Fahrt im Streifenfahrzeug soll er die Beamten ständig aufs Übelste beleidigt haben.

Der letzte Punkt der Anklageschriften betrifft einen Vorfall vom 11. Januar 2017. Nachdem der Angeklagte zunächst in das psychiatrische Krankenhaus Winnenden gebracht wurde, soll er dort einen Mitpatienten mit Fausthieben schwer verletzt haben. Vier Wochen später, wieder in Freiheit, habe er Steine gegen die Scheiben der Neuapostolischen Kirche in Schwaikheim geworfen und einen 5000-Euro-Schaden verursacht. Der Fall war bereits beim Schöffengericht Waiblingen anhängig gewesen. Doch schnell hatte das dortige Gericht festgestellt, dass der Angeklagte möglicherweise an krankhaften Wahnvorstellungen leidet und daher statt in eine Haftzelle, in die geschlossene Psychiatrie einzuweisen ist.

Eine Gefahr für die Allgemeinheit

Dafür ist aber ausschließlich das Landgericht zuständig. In diesem schizophrenen Zustand, so der Ankläger, bilde der 49-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit, die letztlich vor ihm zu schützen sei. Allerdings schränkte die Gerichtsvorsitzende am gestrigen ersten Verhandlungstag gleich ein, dass nicht alle angeklagten Fälle darunter fallen. Bedeutet: Bei einigen Straftaten müsse man eine Freiheitsstrafe verhängen, beim Rest dann käme die Einweisung zum Zuge. Ein Urteil soll am 10. April gesprochen werden.

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Erstellt:
3. April 2019, 06:00 Uhr

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