Nüsslein-Volhard: Viele wissen wenig über Biologie

dpa Tübingen. Die Tübinger Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard sieht bei vielen Menschen große Bildungslücken im Fach Biologie. „Es wird viel geredet über Umwelt, Insekten und Biodiversität, aber die Leute wissen erstaunlich schlecht Bescheid“, sagte die Entwicklungsbiologin in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Wegen des Coronavirus sind alle ganz eifrig dabei und wissen jetzt ganz viel über Viren, aber sie wissen leider nicht viel über, sagen wir mal, Bakterien und Fledermäuse.“

Christiane Nüsslein-Volhard steht vor dem Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Christiane Nüsslein-Volhard steht vor dem Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Nüsslein-Volhard erhielt vor 25 Jahren als erste und bislang einzige deutsche Forscherin den Medizin-Nobelpreis. Derzeit erforscht sie, wie Fische zu ihren Farbmustern kommen und wie diese sich während der Evolution entwickelt haben. „Das ist noch sehr schlecht verstanden und es wird wenig daran geforscht, weil es eben nichts direkt in der Medizin Anwendbares bringt. Aber es ist unglaublich kompliziert und interessant“, sagte die 77-Jährige.

Vor 25 Jahren, am 9. Oktober 1995, war Christiane Nüsslein-Volhard als erster und bislang einziger deutscher Forscherin der Medizin-Nobelpreis zuerkannt worden.

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Erstellt:
1. Oktober 2020, 09:46 Uhr

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