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Nur das WLAN fehlt noch

Jugendtreff Aspach vom Löwenareal in Großaspach in die leer stehende Grundschule nach Rietenau umgezogen – Viel mehr Platz und ein großer Garten

Sie könnten kaum zufriedener sein: Der Jugendtreff Aspach hat das Löwenareal in Großaspach verlassen und ist in die ehemalige Grundschule nach Rietenau gezogen – zunächst einmal als Interimslösung. Doch sowohl die Betreuer als auch die Kinder und Jugendlichen wollen dort am liebsten nicht mehr weg.

Helle Räume, großzügig geschnitten: Im neuen Jugendtreff in Rietenau gibt es noch viel Platz für neue Ideen. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Helle Räume, großzügig geschnitten: Im neuen Jugendtreff in Rietenau gibt es noch viel Platz für neue Ideen. Foto: A. Becher

Von Silke Latzel

ASPACH. Man kann schon fast von einer Hauruckaktion sprechen, so schnell hat der Jugendtreff Aspach nicht nur neue Räume gefunden, sondern ist auch direkt umgezogen. Das Löwenareal in Großaspach, in dem sich der Jugendtreff bislang befand, soll im Zuge der Ortskernsanierung abgerissen werden – ein neuer Standort musste her. Die Jugendbetreuer Mirko Eichentopf und Denise Moser befanden sich deshalb schon im ständigen Austausch mit der Aspacher Verwaltung und dem Gemeinderat. Und plötzlich war die Lösung da, quasi direkt vor der Nase aller Beteiligter: die Räume der ehemaligen Grundschule in Rietenau. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, denn die Schulräume standen leer und bieten eigentlich ideale Bedingungen für den Jugendtreff, erklärt Eichentopf: „Es ist hier alles auf Kinder ausgelegt, das ist ein riesiger Vorteil.“ So gibt es beispielsweise nicht nur eine einzige Toilette für alle, sondern mehrere und diese nach Geschlechtern getrennt. Der schon vorhandene Schallschutz sorgt dafür, dass auch die Nachbarn nicht gestört werden, wenn es drinnen mal etwas lauter zugeht. „Außerdem haben wir hier etwa dreimal so viel Platz wie in Großaspach“, fügt Eichentopf hinzu.

Und das vielleicht allerbeste am neuen Jugendtreff: das Außengelände, das einst der Schulhof war. Platz im Freien zum Toben und Fußballspielen auf der Wiese, eventuell auch für eine kleine Feuerschale oder einen Grill auf dem befestigten Teil direkt am Gebäude.

Nicht nur draußen steht den jungen Menschen jetzt viel Platz zur Verfügung. Auch drinnen ist der Jugendtreff wesentlich geräumiger als vorher. Insgesamt vier Räume können sie – gemeinsam mit Eichentopf und Moser – gestalten, sie haben ein Mitspracherecht und ihre Stimmen zählen. Airhockey und Tischkicker gibt es bereits, eine Tischtennisplatte soll dazukommen. Außer einem Mattenraum zum Toben bei schlechtem Wetter (oben) gibt es im Keller einen unterteilten Raum mit Fitnessgeräten wie Boxsack und Laufband und einen Gaming-Raum, in dem momentan die Playstation steht. Die soll aber demnächst vielleicht umziehen, in die alte Küche. Dann gäbe es einen weiteren Raum für Gruppenaktivitäten, den die jeweiligen Gruppen für sich allein buchen könnten. Das alles ist aber noch ziemlich offen und vieles wird sich erst im Lauf des täglichen Betriebs einspielen. Ist der Jugendtreff doch innerhalb von knapp eineinhalb Tagen umgezogen – unterstützt von den Jugendlichen und dem Bauhof der Gemeinde.

Seitdem wird es jeden Tag heimeliger und gemütlicher in der alten Grundschule. Vor etwa zwei Wochen wurde die neue Küche inklusive Spülmaschine geliefert, passend dazu gibt es jetzt auch eine Theke direkt vor der Kochzeile. „So etwas ist ja mittlerweile Standard in Jugendhäusern“, sagt Denise Moser. Die Theke fördere vor allem die Kommunikation, nicht nur beim Essen, sondern auch schon beim Kochen. Und gekocht wird mittlerweile mindestens zweimal pro Woche im Jugendtreff. „Es ist wichtig, dass sich hier jeder auch selbst ausprobieren kann. Und etwas zu essen, was man selbst zubereitet hat, ist sowieso noch einmal etwas ganz anderes“, so die Betreuerin.

Der „harte Kern“, der den Jugendtreff besucht, liegt auch nach dem Umzug nach Rietenau bei 15 bis 20 Kindern, die täglich kommen. „Das Publikum hier ist etwas jünger als in Großaspach und klar, jetzt kommen natürlich auch mehr Kinder aus Rietenau. Die ältere Generation ist mittlerweile aus dem Jugendtreff herausgewachsen und kommt dafür zu unserem offenen Sportangebot, das einmal wöchentlich in der Mühlfeldhalle stattfindet“, so Eichentopf.

Als Interimslösung gedacht, aber mit viel Potenzial ist die Grundschule Rietenau. Könnte der Jugendtreff hier denn vielleicht eine dauerhafte Bleibe finden? „Natürlich kommt es immer darauf an, wie die Kinder und Jugendlichen das neue Gebäude annehmen. Sie müssen sich einfach wohlfühlen, es ist ihr Jugendtreff es sind ihre Räume. Meine persönliche Meinung ist, dass wir hier nicht nur übergangsweise bleiben könnten. Das Gebäude ist super und es steht sonst leer. Wenn man etwas Vergleichbares bauen würde, das kostet ja auch wieder viel Geld“, sagt Eichentopf. Und wenn es nach den Jugendtreffjungs Jonas, Daniel und Nico geht, ist die Sache sowieso klar: Sie wollen in Rietenau bleiben. Und wäre da nicht die Schule, würden sie noch viel häufiger kommen, ihre Freunde treffen, einfach rumhängen oder Sport machen.

Für die Kinder, die in Kleinaspach oder Allmersbach am Weinberg wohnen, ist es auch nicht wichtig, ob sie jetzt nach Rietenau oder nach Großaspach fahren müssen, um in den Jugendtreff zu kommen. Für den 13-jährigen Nico ist es aus Kleinaspach sogar kürzer, sagt er. Und wer aus Großaspach kommt, der kann – wenn die Eltern es erlauben – auch ganz einfach mit dem Fahrrad kommen. Eigentlich ist für die jungen Menschen schon alles perfekt. Wäre da nicht noch eine einzige Sache: „Alle warten schon sehnsüchtig auf das WLAN“, sagt Moser lachend. „Wir hoffen, dass es bald so weit ist.“

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Erstellt:
19. November 2019, 11:30 Uhr

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