Krieg gegen den Iran

Nur Diplomatie kann die Straße von Hormus sichern

Die deutsche Regierung sagt, dass sie die Seestraße nach einem Friedensschluss mit absichern will. Da wird nicht viel nötig sein, kommentiert Rainer Pörtner.

Diese  Satellitenaufnahme zeigt die Straße von Hormus, die den Golf von Oman (li.) mit dem Persischen Golf (re.) verbindet.

© Nasa/dpa

Diese Satellitenaufnahme zeigt die Straße von Hormus, die den Golf von Oman (li.) mit dem Persischen Golf (re.) verbindet.

Von Rainer Pörtner

Die Straße von Hormus ist keineswegs dicht. In den letzten Tagen hat eine ganze Reihe von Tankern die Meerenge passiert. Die Schiffe stehen allesamt in Verbindung zu Staaten, die gute Beziehungen zum Iran haben: China, Indien, Pakistan oder Thailand. Bis zu zwei Millionen Dollar lassen sich die Revolutionsgarden von den Reedern für die freie Fahrt überweisen. Der Iran zeigt, dass er auch nach vier Wochen amerikanisch-israelischer Angriffe die volle Kontrolle über die Straße von Hormus hat.

Es gibt im Grunde nur zwei Möglichkeiten, die Seestraße wieder dauerhaft und sicher befahrbar für Schiffe aus aller Welt zu machen: eine militärische Eroberung der iranischen Küste – oder eine diplomatische Verständigung. Die militärische Variante ist, wenn überhaupt, nur mit einer gewaltigen Streitmacht und einem sehr hohen Blutzoll durchsetzbar. Dazu wird Donald Trump – nach allem, was man heute sagen kann – nicht bereit sein. Also muss es eine vertragliche Lösung mit Teheran geben.

Politische Symbolik

Wenn Verteidigungsminister Boris Pistorius beteuert, die Bundesregierung sei zu einer militärischen Absicherung der Straße von Hormus nach einem Friedensschluss bereit, ist das vor allem politische Symbolik. An dem Krieg gegen den Iran will Deutschland aus guten Gründen nicht teilnehmen. Aber wenn es hoffentlich eine iranisch-amerikanische Verständigung gibt, wird man deutsche Schiffe dort kaum brauchen.

Zum Artikel

Erstellt:
26. März 2026, 15:54 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen