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Nur geringe Verluste am Regen-Samstag

Organisator ist rundum zufrieden mit dem 49.Straßenfest

Die fünfte Jahreszeit in Backnang ist vorüber. Hinter der Stadt liegen vier Tage Programm. Am Haupttag des Fests dann die Enttäuschung von oben: Regen, Regen und nochmals Regen. Doch der tat der Stimmung keinen Abbruch – sondern verstärkte die Besucherzahlen am Festsonntag.

Ruhig und besonnen gehen die trubelreichen Straßenfest-Tage zu Ende. Foto: A. Becher

Ruhig und besonnen gehen die trubelreichen Straßenfest-Tage zu Ende. Foto: A. Becher

Von Sarah Schwellinger

BACKNANG. „Trotz eines verregneten halben Tags war es ein ganz normales Straßenfest“, fasst Jürgen Häfner das vergangene Festwochenende zusammen. Der Organisator ist zufrieden.

Doch am Samstag, dem Haupttag, setzte Regen ein – heftiger Regen. Die Leute suchten Schutz unter jedem kleinen Vordach, bei jedem Stand war das Gedränge groß, die Marktstraße verwandelte sich für kurze Zeit in einen Bach. Für viele Feste und Feiern im Freien bedeutet schlechtes Wetter ausbleibende Besucher. Nicht so in Backnang: Natürlich sei der Samstag regenbedingt nicht wie ein normaler Samstag gewesen, im Vergleich zu anderen Städten, in denen Häfner Feste organisiert, sei der Samstag doch recht gut besucht gewesen. „Das sind halt die Backnanger“, sagt der Hauptorganisator lachend, „die kommen auch bei Regen.“ Und tatsächlich war vor den Bühnen am Samstag einiges los. Getreu dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ haben die Backnanger Festbesucher einfach mit dem Regenschirm das Programm genossen. Als dann der Regen am späteren Abend nachließ, habe sich das Straßenfest laut Häfner wieder etwas gefüllt.

Auch wenn der plötzlich heftig einsetzende Regen für weniger Besucher sorgte als an anderen Straßenfest-Samstagen in den Jahren zuvor, schneiden Freitag und Sonntag umso besser ab. „Der Freitag war überdurchschnittlich gut“, resümiert Häfner. Ebenfalls am Sonntag seien überdurchschnittlich viele Besucher aufs Straßenfest gekommen. Und das früher als sonst: „Das Fest füllte sich früher als gewöhnlich.“ Im Großen und Ganzen ist der Hauptorganisator nicht enttäuscht, was die Besuchszahlen angeht.

Häfner erzählt, er habe sich auch mit der Wirtin des Stands am Marktplatz unterhalten: „Sie war trotz des Regens am Samstag recht zufrieden.“ Vor allem am Sonntag habe sie die Verluste wieder reingeholt. An vielen Ständen hingen Schilder: „Ausverkauft“ – der Konsum hat also keinen Abbruch gefunden, trotz der Wetterlage. Besonders freute sich der Veranstalter über persönliches Feedback: „Ich habe in 25 Jahren Straßenfest-Geschichte so etwas noch nicht erlebt“, sagt Häfner gerührt, „es kamen Leute auf mich zu, die sich bedankt haben für das tolle Programm, für die tollen Bands.“ So ein Lob geht natürlich runter wie Öl und bestärkt den Organisator.

Der stärkste Straßenfest-Tag ist jedoch traditionell nicht der Samstag, sondern laut Häfner der Montag. „Das ist so eine Backnanger Tradition, den Backnangern ist ihr Festmontag heilig“, weiß er zu berichten. „Wir richten auch an anderen Orten Feste aus, aber nur in Backnang ist der Montag das Highlight für die Leute. Viele haben schon mittags frei, kommen dann direkt nach der Arbeit aufs Fest und bleiben bis zum Zapfenstreich.“

Polizei musste mehrere Platzverweise aussprechen

Hans Roschmann, der Betreiber des Riesenrads und anderer Fahrgeschäfte auf dem Rummel auf der Bleichwiese, ist vollkommen zufrieden: „Backnang ist immer gut. Ob Regen oder Sonne, die Leute kommen immer.“ Auch wenn am Samstag wegen des Regens nahezu der komplette Tag ausgefallen ist, war am Freitag und Sonntag umso mehr los. Der Montag war schon fast wieder zu warm, doch dank der ermäßigten Preise am Kindernachmittag sei einiges los gewesen. Seit über 50 Jahren ist Familie Roschmann mit ihren Fahrgeschäften vor Ort in Backnang. Mit einem solchen Tag rechnet Roschmann schon und kalkuliert solche Eventualitäten ein.

Nicht ganz so zufrieden blickt die Polizei auf das vergangene Wochenende zurück. Natürlich gebe es auf Großveranstaltungen immer kleinere Zwischenfälle, beginnt Rudolf Biehlmaier, Pressesprecher der Polizei. Im Großen und Ganzen sei das diesjährige Straßenfest weder besser noch schlechter verlaufen als die Jahre zuvor. „Gefühlsmäßig gab es jedoch mehr Zwischenfälle als weniger.“ Die Polizei musste mehrere Platzverweise aussprechen, meistens seien Streitigkeiten der Grund gewesen. Dazu kamen Beamtenbeleidigung oder eine große Gegenwehr gegen die Maßnahmen der Polizei. Ebenfalls vom Gelände verwiesen wurden mehrere Männer, die drei Frauen begrapscht haben. Solche Vorfälle habe es die Jahre zuvor nicht auf dem Straßenfest gegeben. Die Männer hätten am Rande des Straßenfests Frauen zuerst angesprochen und dann begrapscht. Anders als in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln hätten die Männer jedoch nicht gemeinsam, sondern jeder für sich agiert. Da die Polizei stets zugegen war und die Vorfälle mitbekommen hatte, konnten die Beamten mehrmals direkt eingreifen.

Sonst aber blieben die großen Zwischenfälle aus, so Biehlmaier. „Es gab Sachbeschädigungen, wie eingeschlagene Scheiben, ein paar Betrunkene.“

Die Einsatzkräfte des DRK haben einen vergleichsweise ruhigen Samstag hinter sich, berichtet Michael Budig vom Ortsverein Sulzbach an der Murr, der an diesem Tag vor Ort war. Am Freitag und Sonntag war es den Einsatzkräften nicht langweilig, sie hatten mit den typischen Straßenfest-Einsätzen zu kämpfen.

Gestern Abend ging das bunte Treiben mit dem traditionellen Zapfenstreich auf dem Marktplatz ruhig zu Ende.

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Artikel, Fotos, Videos

Wer vom Straßenfest nicht genug kriegen kann, findet alle Artikel, Videos und Bildergalerien rund um das Highlight der Backnanger Festsaison online. Einfach auf www.bkz.de/aktionen/strassenfest gehen und die schönsten Momente des 49. Straßenfestes Revue passieren lassen.

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Erstellt:
25. Juni 2019, 06:00 Uhr

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