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Obere Bahnhofstraße bald wieder offen

Die Bauarbeiten für die Erneuerung der Leitungen zwischen der Maubacher Straße und dem Adenauerplatz in Backnang liegen im Zeitplan. Abwasserkanäle waren unterdimensioniert und werden ausgetauscht.

Im Durchlass unter den Bahngleisen ist Handarbeit angesagt. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Im Durchlass unter den Bahngleisen ist Handarbeit angesagt. Fotos: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Die Verkehrsbehinderungen in der Oberen Bahnhofstraße sind demnächst Geschichte. Wenn die Arbeiten weiter so gut vorangehen, wird die wichtige innerstädtische Verbindung am Freitag, 18. September, für den gesamten Verkehr wieder freigegeben. Der Stadtverwaltung dürfte dann ein großer Stein vom Herzen fallen, hatte sie doch vor einem Jahr höchste Bedenken, die Straße in unmittelbarer Nähe zur Chelmsfordbrücke zu sperren. Schließlich ist dies die einzige leistungsfähige Stelle, in der im Stadtgebiet die Bahntrasse gequert werden kann.

Dass der Baufortschritt so zügig und geräuschlos vonstatten ging, mag auch etwas mit Corona zu tun haben, war doch der Verkehr über Wochen hinweg nicht so ausgeprägt wie in anderen Jahren, so die Vermutung von Stadtbaudezernent Stefan Setzer. Zumindest habe sich die einseitige Verkehrsführung beziehungsweise Sperrung nur „sehr gedämpft“ auf den Verkehrsfluss ausgewirkt.

In den ersten Wochen sind die Arbeiten gut vorangekommen – und trotzdem hinkte der Zeitplan zum Teil drei Wochen hinterher. Was sich paradox anhört, hat doch eine Erklärung: Gut im Zeitplan liegen all die Arbeiten, die bekannt waren. Und die Verzögerungen resultieren daher, dass es im Untergrund viel mehr unbekannte Leitungen gab, die sehr zeitaufwendig umgelegt werden mussten. Setzer spricht von der komplexesten Baustelle, die es derzeit im Stadtgebiet gibt.

Die Syna verlegt ein 20000-Volt-Kabel, die Stadt Leerrohre für Glasfaser.

Was genau muss getan werden? Schon seit Jahren sind die Abwasserleitungen aus dem Bereich Maubacher Höhe unterdimensioniert. Bei Starkregen wurden zuweilen die Kanaldeckel vom Wasserdruck ausgehoben. Deshalb werden die Kanäle derzeit zwischen der Maubacher Straße und dem Adenauerplatz ausgetauscht. Auf diesem Weg müssen die Bahntrasse und die Obere Bahnhofstraße gequert werden. Und wenn die Straßen schon geöffnet sind, werden auch sämtliche anderen Leitungen etwa für Gas oder Wasser ausgetauscht oder auf Vordermann gebracht. Zudem verlegt die Syna ein 20000-Volt-Kabel. Platz benötigen auch die Leerrohre für den Breitbandausbau, schließlich sollen unter anderem das Max-Born-Gymnasium und die Max-Eyth-Realschule mit Glasfaser versorgt werden.

Markus Dohmann vom Tiefbauamt betont ausdrücklich, dass die Kanäle bislang schon zu klein waren. So hatte das Abwasserrohr im Bereich des Durchgangs nur 40 Zentimeter Durchmesser. Das neue bringt es auf 62 Zentimeter, was eine Verdreifachung des Durchflusses ermöglicht. Dass jenseits der Gleise mehrere große Wohnungsbauprojekte realisiert worden sind und derzeit werden, hat laut Dohmann nichts mit der Dringlichkeit des Kanalausbaus zu tun. Im Gegenteil. Von dort kommt laut dem Tiefbauexperten künftig zum Beispiel bei Starkregen weniger Oberflächenwasser. Anstelle von einst großen versiegelten Flächen soll es dort in Zukunft begrünte Dächer und Regenrückhaltesysteme geben.

Begonnen haben die Arbeiten im Bereich des Adenauerplatzes, dort rollt der Verkehr schon lange wieder. Dann wurde die erste Fahrbahn der Oberen Bahnhofstraße gesperrt. Die Arbeiter haben die Leitungen bis zur Straßenmitte verlängert, während der Verkehr gleichzeitig weiter halbseitig an ihnen vorbeirollte. Auch diese Straßenseite ist bereits fertig, jetzt ist die zweite Hälfte dran und steht auch schon kurz vor dem Abschluss.

Gestern wurde der Fahrbahnbelag bis zum neuen Parkplatz „alter Güterschuppen“ abgefräst, insgesamt etwa 2000 Quadratmeter. Am Montag und Dienstag nächster Woche wird die Deckschicht aufgetragen, am Mittwoch und Donnerstag sind dann die Markierungsarbeiten an der Reihe. Am Freitag könnte der Verkehr wieder zweispurig fließen.

Wenn dann Anfang November nochmals der Gehweg vor dem Adenauerparkhaus aufgerissen wird, dann handelt es sich nicht um eine Planungspanne, sondern ist gewollt. Aus dem Grund ist der Gehweg auch nur provisorisch gerichtet. Die Syna muss dann noch eine Stromtrasse bis zum Trafokasten an der Parkhauseinfahrt verlegen. Das war vorher nicht möglich. Der Gehweg ist dann wieder zwei Wochen gesperrt, die Fahrbahn eventuell etwas reduziert.

Ganz schwierig sind die Arbeiten jedoch im Bahndurchlass. Der Fuß- und Radweg ist nur 1,2 Meter breit. Mit schweren Maschinen kann in der engen Röhre nur bedingt gearbeitet werden. Die gesamte Fläche im Graben ist voll ausgefüllt mit Rohren, Kanälen und Leitungen aller Art. Viel Handarbeit ist angesagt. Trotzdem ist Lars Kaltenleitner sicher, dass die Arbeiten im Tunnel einschließlich des Vorplatzes in der Maubacher Straße bis Ende November abgeschlossen sind. Dann fehlt nur noch die neue Beleuchtung im Durchgang, die im Laufe des nächsten Jahres eingebaut wird.

Eine Spur des Maubacher Wegs bleibt teilweise noch zwei Jahre lang dicht.

Die gesamten Arbeiten kosten etwa 1,1 Millionen Euro und sind geradezu ein Schnäppchen im Vergleich zu dem, was seit Februar 2019 jenseits der Gleise gebaut wird. Dort werden die Arbeiten im Bereich Maubacher Straße, Blumenstraße, Friedrich-Stroh-Straße und Heininger Weg am Ende gar drei Millionen Euro verschlingen. Aktuell werden im Heininger Weg Gas- und Wasserleitungen verlegt, Ende der Woche sollte dies erledigt sein. Dann folgen die Telekommunikations- und Stromleitungen. Die Passage ist zwar nur knapp 100 Meter lang, aber ebenfalls sehr eng. Zudem ist der Weg steil und ohnehin schon mit vielen Leitungen bestückt.

Im Anschluss gehen die Belagsarbeiten in der Maubacher Straße weiter bis zur Lerchenstraße. Zusätzlich werden zwischen der Lerchenstraße und der Jahnstraße beide Gehwege neu gemacht. Zuvor werden auch dort Leerrohre für Glasfaser eingebaut. Wer jedoch glaubt, dass danach die Maubacher Straße für den Verkehr geöffnet wird, der wird enttäuscht. Mindestens ein bis vermutlich zwei Jahre lang bleibt die Fahrtrichtung Innenstadt gesperrt. Grund: Die Baufirma Godel benötigt als Baustelleneinrichtungsfläche eine Fahrbahn im Bereich des ehemaligen Feuchtgeländes. Dort wird ein Kran aufgestellt und Material gelagert. Da stadteinwärts jedoch eine Buslinie führt, wird eine Ampel aufgestellt. Mit der Folge, dass diese immer Grün zeigt in Richtung stadtauswärts. Und immer Rot in Richtung stadteinwärts. Kommt ein Bus gefahren, kann dieser Grünlicht anfordern, sonst niemand.

Die Tage der Verkehrsbehinderungen in der Oberen Bahnhofstraße sind gezählt. Ab Freitag, 18. September, soll der Verkehr wieder ungestört fließen.

© Alexander Becher

Die Tage der Verkehrsbehinderungen in der Oberen Bahnhofstraße sind gezählt. Ab Freitag, 18. September, soll der Verkehr wieder ungestört fließen.

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Erstellt:
9. September 2020, 06:00 Uhr

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