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Özdemir vor Narrengericht: Gedenken an Opfer von Hanau

dpa/lsw Stockach. Mit einer Schweigeminute hat das traditionelle Narrengericht in Stockach (Kreis Konstanz) am Donnerstag den Opfern der Gewalttat von Hanau gedacht. Solche Taten seien ein Anschlag auf den inneren Frieden, der Voraussetzung für eine freie und offene Gesellschaft sei, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einer Ansprache zu Beginn der närrischen Veranstaltung. Das Narrengericht feiere an diesem Abend das Fest eines solchen inneren Friedens. „Das soll ein Signal gegen genau solche Taten sein.“ Kretschmann war als Zeuge vor das närrische Gericht geladen, um seinem Parteikollegen, dem Angeklagten Cem Özdemir, beizustehen. Mit mäßigem Erfolg: Die närrischen Richter verurteilten den früheren Grünen-Bundesvorsitzenden in ihrer Fastnachts-Sitzung zu einer Strafe von drei Eimern Wein zu je 60 Litern.

Cem Özdemir (Grüne) sitzt vor dem Narrengericht. Foto: Patrick Seeger/dpa

Cem Özdemir (Grüne) sitzt vor dem Narrengericht. Foto: Patrick Seeger/dpa

Özdemir sagte am Donnerstag, er verneige sich vor den Opfern von Hanau und ihren Angehörigen. „Ihnen gilt mein Mitgefühl. Hass, Fanatismus und Rechtsradikalismus haben bei uns im Land keinen Platz.“ Er feiere dennoch an diesem Abend Fastnacht, weil solche Täter „unser Land ins Chaos stürzen wollen und das werden wir gemeinsam nicht zulassen.“ Ein 43-jähriger Deutscher hatte am späten Mittwochabend im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen.

Das mehr als 600 Jahre alte „Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken“ gehört zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht im Südwesten. Auf der Anklagebank der Institution saßen bereits Franz Josef Strauß (CSU) und Angela Merkel (CDU).

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Erstellt:
20. Februar 2020, 20:24 Uhr

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