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Offener Mittagstisch wird neu organisiert

Mihail Stefanov ist seit Kurzem für den Bereich Soziales der Evangelisch-methodistischen Kirche im Bezirk Backnang zuständig. Er muss die bestehenden Angebote wie den Offenen Mittagstisch und die Kinder- und Jugendarbeit coronakompatibel machen.

„Wenn Menschen zusammensitzen und sich kennenlernen, dann entsteht Verständnis füreinander“, sagt Mihail Stefanov. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

„Wenn Menschen zusammensitzen und sich kennenlernen, dann entsteht Verständnis füreinander“, sagt Mihail Stefanov. Foto: A. Becher

Von Annette Hohnerlein

BACKNANG. Es ist keine einfache Zeit, in der Mihail Stefanov sein neues Amt angetreten hat. Der 41-Jährige kam Anfang Juli mit seiner Familie aus Bulgarien nach Backnang, seit dem 1. August arbeitet er als Jugendreferent im Gemeindebezirk Backnang der Evangelisch-methodistischen Kirche, zu dem die Zionskirche Backnang, die Christuskapelle Burgstall und die Christuskirche Cottenweiler gehören. Wegen der Coronapandemie wurden nicht nur die Gottesdienste eine Zeit lang ausgesetzt, auch Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche und der Offene Mittagstisch müssen bis heute pausieren.

Das einwöchige Zeltlager in den Sommerferien wurde abgesagt, aber immerhin konnte man Anfang August zwei Aktionstage im Freien für rund 20 Teenager durchführen. Die Gottesdienste konnten inzwischen unter Auflagen wieder aufgenommen werden. Nach dem Ende der Sommerferien wird es nun Stefanovs Aufgabe sein, auch die anderen Angebote wieder zum Laufen zu bringen.

Regelmäßig nahmen rund 150 Gäste das Angebot wahr, viele davon haben einen Migrationshintergrund.

Der Offene Mittagstisch wurde früher gut angenommen, regelmäßig kamen rund 150 Gäste, viele davon mit Migrationshintergrund. „Dadurch, dass ich eine slawische Sprache spreche, kann ich mich mit Menschen aus Bosnien, Serbien, Kroatien und Russland verständigen“, sagt der neue Gemeindemitarbeiter. Doch bevor es so weit ist, muss ein Hygienekonzept erarbeitet und dem Gesundheitsamt vorgelegt werden. So wird in Zukunft mehr Personal für die Essensausgabe benötigt. „Oft helfen Rentner mit, aber die gehören zur Risikogruppe. Das macht es nicht einfacher. Aber der Offene Mittagstisch ist uns wichtig“, sagt Stefanov.

Er betont, dass sich das Angebot nicht nur an Bedürftige richtet, sondern allen offensteht. „Es soll nicht eine Gruppe ausgegrenzt werden. Wenn Menschen zusammensitzen und sich kennenlernen, dann entsteht Verständnis füreinander.“ Deshalb gibt es gestaffelte Preise für das Mittagessen. Wer kann, zahlt den normalen Preis. Wem das zu viel ist, der zahlt einen reduzierten Betrag. Wer mehr tun will, kann einen erhöhten Preis bezahlen und damit das Essen für einen Mitmenschen sponsern.

Auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Stefanov besonders am Herzen liegt, soll bald wieder aufgenommen werden. Noch im September sollen wieder regelmäßige Gruppentreffen stattfinden, möglicherweise auch im Freien. Das Maskentragen empfindet er bei seiner Arbeit als besonders störend. „Im sozialen Bereich muss man den Menschen näherkommen. Das ist jetzt schwierig, denn die Mimik spielt eine wichtige Rolle. Da kann es leicht zu Missverständnissen kommen.“

Mihail Stefanov ist geboren und aufgewachsen in der bulgarischen Stadt Warna am Schwarzen Meer. Er studierte Theologie am Martin-Luther-Kolleg im österreichischen Feldkirchen. Anschließend wirkte er als Pastor in Sofia und Shumen und war im Sozialwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche Bulgarien für die landesweite Kinder- und Jugendarbeit verantwortlich.

Aber er fühlte sich nicht ausreichend qualifiziert für diese Aufgabe: „Ich habe gemerkt: Ein Theologiestudium reicht nicht.“ Deshalb absolvierte er zusätzlich ein Studium der Sozialpädagogik in der bulgarischen Hauptstadt Sofia – berufsbegleitend und schon als Familienvater. „Das war eine anstrengende Zeit“, erklärt Stefanov. „Ich bin meiner Frau sehr dankbar für ihre Unterstützung.“ Das Paar hat zwei Kinder, einen sechsjährigen Sohn, der jetzt eingeschult wird, und eine dreijährige Tochter, die in den Kindergarten kommt. Die beiden müssen sich nicht nur in der neuen Umgebung und der fremden Sprache zurechtfinden, sondern auch Kontakte knüpfen. Vor allem sein Sohn vermisse seine früheren Freunde, erzählt Stefanov. Er und seine Frau, die in Bulgarien als Englischlehrerin gearbeitet hat, üben mit ihren Kindern daheim spielerisch Deutsch zu sprechen, um ihnen den Start in ihrer neuen Heimatstadt zu erleichtern.

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Erstellt:
16. September 2020, 06:00 Uhr

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