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Papst geißelt Missbrauch und Schweigen

Franziskus: Katholische Kirche wird nie wieder Vergehen decken

Rom /AP - Papst Franziskus hat Fehler im Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch durch Priester eingestanden. Die Kirche habe das Problem nicht ernst genug genommen, räumte der Papst am Freitag in seiner Weihnachtsansprache vor Kurienmitarbeitern im Vatikan ein. Verantwortliche hätten aus Unerfahrenheit oder mangelnder Qualifikation Missbrauchsopfern keinen Glauben geschenkt. Dies sei unverantwortlich, sagte der Papst und gelobte Besserung.

Die katholische Kirche werde nie wieder sexuellen Missbrauch durch Geistliche verschleiern, versprach Franziskus. „Es muss klar sein, dass angesichts dieser Abscheulichkeiten die Kirche keine Mühen scheuen wird, alles Notwendige zu tun, um jeden, der solche Verbrechen begangen hat, der Justiz zu unterstellen“, sagte er. Der Papst rief Opfer auf, sich zu melden. „Die Kirche bittet die Menschen, nicht zu schweigen“, sagte Franziskus. „Denn der größere Skandal in dieser Angelegenheit besteht darin, die Wahrheit zu vertuschen.“

Priester, die Kinder vergewaltigt und belästigt haben, forderte der Papst auf, sich selbst anzuzeigen. „Bekehrt euch und übergebt euch der menschlichen Justiz, und bereitet euch auf die göttliche Gerechtigkeit vor.“

Der Skandal habe die Glaubwürdigkeit der gesamten Kirche untergraben, sagte der Papst. Alle Geistlichen müssten sich nun auf einen Weg der Läuterung begeben. Franziskus räumte ein, dies werde kein leichtes Unterfangen. „Es ist eine ziemlich schwierige Aufgabe, da sich die wahren Schuldigen sorgfältig zu verstecken wissen“, sagte er. Außerdem suchten sie sich Opfer, von denen sie wüssten, dass sie kaum etwas sagen würden.

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Erstellt:
22. Dezember 2018, 03:12 Uhr

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