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„Partnerschaft ist ein unendlicher Schatz“

500 Besucher beim deutsch-französischen Filmfestival „Tälinale“ – Veranstalter sind mit der Resonanz „hochzufrieden“

In Weissach fand drei Tage lang ein deutsch-französisches Filmfestival statt. Bei der „Tälinale“ wurden neun Filme an drei Standorten gezeigt. Zum Auftakt war Schauspieler Franz Dinda zu Gast, der das Bildungszentrum Weissacher Tal besucht hat und heute mit seiner deutsch-französischen Familie in Berlin lebt.

Der Schauspieler Franz Dinda (Mitte) kam zur „Tälinale“ eigens aus Berlin in seine frühere Heimat Weissach, wo einst in der Bize-Theater-AG der Wunsch entstand, Schauspieler zu werden. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Der Schauspieler Franz Dinda (Mitte) kam zur „Tälinale“ eigens aus Berlin in seine frühere Heimat Weissach, wo einst in der Bize-Theater-AG der Wunsch entstand, Schauspieler zu werden. Foto: A. Becher

Von Claudia Ackermann

WEISSACH IM TAL. Die Tälinale ist die Abschlussveranstaltung zu den Feierlichkeiten und Aktivitäten, mit denen Weissach im vergangenen Jahr die 30-jährige Städtepartnerschaft mit dem französischen Marly gefeiert hat. Zugleich ist das Filmfestival die Auftaktveranstaltung für das 30-jährige Bestehen der deutsch-deutschen Partnerschaft mit der sächsischen Stadt Lommatzsch.

Rund 200 Besucher kamen zur Eröffnung am Freitagabend in die Gemeindehalle in Unterweissach. Grußworte sprachen Bürgermeister Ian Schölzel und Henri Adam, Vizepräsident des Partnerschaftskomitees für Weissach aus Marly, der mit einer Gruppe französischer Gäste angereist war. Petra Schmitz vom Weissacher Partnerschaftskomitee war mit ihrem Mann Ulrich maßgeblich für die Organisation der Tälinale zuständig. Ein zehnköpfiges Organisationsteam hat sich zusammengefunden. Sie stellte die Filme vor, die in der Gemeindehalle, dem Bürgerhaus Unterweissach und dem Bildungszentrum Weissacher Tal in Cottenweiler auf dem Programm standen.

Auftakt bei der Eröffnung machte der Film „Westwind“, eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte mit Franz Dinda in der männlichen Hauptrolle. Der Schauspieler ist zur Tälinale in seine frühere Heimat gekommen. Franz Dinda wurde 1983 geboren und besuchte bis zum Abitur das Bildungszentrum Weissacher Tal. In der dortigen Theater-AG entstand sein Wunsch, Schauspieler zu werden. „Ich könnte Ihnen erzählen...“, beginnt Franz Dinda – und dann plaudert er aus seiner Schulzeit, als er sich in Stuttgart bei einer Castingagentur vorstellte und als 17-Jähriger für die Jugendfernsehserie „Fabrixx“ engagiert wurde. Er musste natürlich immer pünktlich zu den Dreharbeiten erscheinen, was seinen schulischen Leistungen nicht unbedingt zuträglich war.

Seinen Weg ist er erfolgreich gegangen. Franz Dinda war unter anderem in der Fernsehserie „Babylon Berlin“ zu sehen und spielte in der TV-Serie „Das Boot“ von 2018.

Wenn er heute aus Berlin in seine frühere Heimat zurückkommt, schätze er besonders die Schönheit der Gegend. „Es ist was Tolles, seinen Kindern zu zeigen, wo Papa früher Fahrrad gefahren ist.“ Dazu, dass das Filmfestival Tälinale in Verbindung zur deutsch-französischen Partnerschaft steht, hat Dinda auch einen ganz persönlichen Bezug. Er ist mit einer Französin verheiratet, und seine zwei kleinen Kinder wachsen mit beiden Kulturen auf. Es sei ein „unglaublich großer Schatz“, dass Deutsche und Franzosen bei der Städtepartnerschaft so eng zusammenrücken, sich austauschen und Fremdheit überwinden, gerade in dieser Zeit, unterstrich Dinda.

Der Schauspieler nahm im Publikum Platz, während auf einer großen Leinwand der Film „Westwind“ aus dem Jahr 2011 gezeigt wurde. Es geht um die 17-jährigen (zweieiigen) Zwillinge Doreen und Isabel, die Leistungssportlerinnen aus der DDR und scheinbar unzertrennlich sind. Im Jahr 1988 dürfen sie ein Pionierlager am Balaton besuchen und lernen dort eine Gruppe Hamburger Jungs kennen. Als sich Doreen (Friederike Becht) und Arne (Franz Dinda) verlieben, entsteht der Wunsch, für immer im Westen zusammenzuleben. Sie treffen eine folgenschwere Entscheidung...

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten, die sich ein Jahr vor der Wende zugetragen haben, so Franz Dinda. Auch zu diesem Thema hat der Schauspieler einen persönlichen Bezug. Er ist in Jena in Thüringen geboren und kam mit seiner Mutter Renate Dinda, die in der evangelischen Kirchengemeinde Lippoldsweiler Pastorin ist, ein halbes Jahr vor der Wende nach Auenwald.

Am Samstag und Sonntag standen Filme mit Bezug zu Frankreich auf dem Programm. Die Filme „Asterix bei den Olympischen Spielen“ und „Der kleine Spirou“ im Mittagsprogramm wurden von Grundschülern aus dem Weissacher Tal vorgestellt. Zur Einstimmung auf den Film „La Vie En Rose“ über das Leben der Sängerin Edith Piaf präsentierte das Duo Chanson Surprise mit Barbara Weyman und Andreas Grau französische Chansons. Die Filme wurden in deutscher Sprache gezeigt, nur „Monsieur Ibrahim et les fleurs du Cora“ lief in der Originalsprache mit deutschen Untertiteln. Alle Filme waren gut besucht gewesen, so Petra Schmitz auf Nachfrage am Sonntag. Rund 500 Besucher hat die Tälinale angezogen. Mit der Resonanz sind die Veranstalter „hochzufrieden“.

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Erstellt:
9. März 2020, 06:00 Uhr

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