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Pflegende Angehörige fordern mehr Entlastung

Geld aus der Pflegeversicherung kann oft nicht eingesetzt werden – Es fehlt an Angeboten

Pflege - Angehörige sind der größte Pflegedienst im Land. Doch auch wegen strenger staatlicher Vorgaben mangelt es ihnen an Hilfen. Die Stadt Stuttgart und Betroffene schlagen Alarm.

Stuttgart Zum Jahreswechsel verlieren pflegende Angehörige bares Geld. Viele Familien müssen die ihnen zustehenden Entlastungsbeträge von monatlich 125 Euro abschreiben. Sie konnten das Geld nicht abrufen, weil es sowohl zu wenige professionelle wie auch ehrenamtliche Anbieter von Leistungen zur Unterstützung im Alltag gibt. An diesem Montag verfallen die Ansprüche aus 2015 und 2016.

Experten fürchten, dass sich die Lage 2019 noch verschärfen wird, denn ebenfalls zum Jahreswechsel läuft die Übergangs­regelung des Landes für niedrigschwellige Unterstützungsangebote aus. Das heißt: Ehrenamtliche­ Anbieter müssen sich nun offiziell­ anerkennen lassen, was zeitaufwendige und teure Schulungen erfordert. Zudem darf ihre Aufwandsentschädigung den Einkommenssteuerfreibetrag von 2400 Euro nicht übersteigen.

Gabriele Reichhardt, Leiterin der Sozialplanung der Stadt Stuttgart: „Wird die durch den Freibetrag gesetzte Grenze eingehalten, dürfen die ehrenamtlichen Nachbarschaftshelferinnen und -helfer entweder entsprechend weniger Stunden tätig sein oder die Höhe der Aufwandsentschädigung muss gesenkt werden.“ Beides sei „nicht ak­zeptabel­“ angesichts des hohen Bedarfs an Unterstützungsleistungen und des Schutzes der Ehrenamtlichen vor Ausbeutung.

In Stuttgart gibt es 71 Angebote zur Unterstützung im Pflegealltag, 63 davon sind ehrenamtlich. Laut Reichhardt werden sich einige ehrenamtliche Anbieter 2019 nicht nach den neuen Regeln anerkennen lassen. Alarmiert sind auch Angehörige.In Ländern und im Bund gibt es Petitionen für Verbesserungen beim Entlastungsbetrag.Mitinitiator Hendrik Dohmeyer fordert, Auflagen für Ehrenamtliche zu überdenken.

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Erstellt:
31. Dezember 2018, 03:12 Uhr

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