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Pläne für neue Sporthalle werden konkret

Karl-Euerle-Halle in Backnang wird nächstes Jahr abgerissen – Stadt sucht Generalunternehmer, der zum Festpreis baut

Noch ein Jahr ist Zeit, dann soll die marode Karl-Euerle-Halle in Backnang abgerissen werden. Die Vorbereitungen für den Bau einer neuen Sporthalle an derselben Stelle laufen auf Hochtouren. Die Stadt ist gerade auf der Suche nach einem Generalunternehmer, der die Halle zum Festpreis baut.

Die Sporthalle Katharinenplaisir ist seit zehn Jahren in Betrieb und noch gut in Schuss. Die neue Sporthalle auf der Maubacher Höhe soll genauso robust gebaut werden. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Die Sporthalle Katharinenplaisir ist seit zehn Jahren in Betrieb und noch gut in Schuss. Die neue Sporthalle auf der Maubacher Höhe soll genauso robust gebaut werden. Foto: A. Becher

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Wie die neue vierteilige Sporthalle ungefähr aussehen könnte, hatte das Büro Sport Concept aus Reutlingen bereits vor vier Jahren in einer sogenannten Konzeptstudie dargestellt. Das damals definierte Raumprogramm ist Grundlage für das zweistufige Ausschreibungsverfahren, das jetzt gestartet wurde. In der ersten Runde können Baufirmen oder Konsortien ihr Interesse anmelden. Die Stadt wählt dann eine Handvoll Anbieter aus, die aufgrund ihrer Referenzen geeignet erscheinen. Diese sind eingeladen, eine detaillierte Planung zu erarbeiten, über die anschließend noch einmal verhandelt wird. Bis Jahresende sollen dann mehrere Angebote mit exakten Kosten auf dem Tisch liegen.

Für den Gemeinderat wird das der „Moment der Wahrheit“ sein, denn dann wird sich zeigen, ob der angepeilte Kostenrahmen von rund 13 Millionen Euro tatsächlich eingehalten wird. Bislang gebe es keinen Grund, daran zu zweifeln, versichert Baudezernent Stefan Setzer, schiebt allerdings hinterher: „Die Baupreisentwicklung haben wir natürlich nicht im Griff.“ Bei aller Diskussion um Kosten und Wirtschaftlichkeit legt die Stadt allerdings Wert darauf, dass in hoher Qualität gebaut wird. „Es ist wichtig, dass die Halle ein gutes Bild abgibt“, sagt Setzer. Gerade in einer Sporthalle, die täglich genutzt wird, sei es langfristig auch günstiger, stabile Bauteile und robuste Oberflächen zu verwenden. „Wir wollen eine vergleichbare Qualität wie in der Plaisirhalle“, erklärt Andreas Stier, Sachgebietsleiter im Stadtbauamt.

Hat sich der Gemeinderat für ein Angebot entschieden, sind böse Überraschungen ausgeschlossen. Denn die beauftragte Firma baut zum Festpreis: „Das Risiko liegt dann nicht mehr bei uns“, erklärt Setzer. Teurer könnte es für die Stadt dann nur noch werden, wenn sie nachträglich Wünsche anmeldet, die in der Ausschreibung nicht enthalten waren. Um das zu verhindern, gilt es, die Anforderungen vorher so exakt wie möglich zu formulieren. Deshalb wird für das Großprojekt ein eigener Bauausschuss ins Leben gerufen, dem neben zwölf Stadträten auch jeweils ein Vertreter der TSG 1846 Backnang, des HC Oppenweiler/Backnang sowie die beiden Schulleiter Sonja Conrad (Max-Born-Gymnasium) und Heinz Harter (Max-Eyth-Realschule) als beratende Mitglieder angehören werden. „Wir bauen die Halle ja nicht für uns, sondern für die Schulen und Vereine“, sagt Setzer.

Wie die neue Halle aussehen könnte, haben sich die Stadträte bereits im Januar bei einer Exkursion nach Rottenburg angeschaut (wir berichteten). Die dort 2014 eröffnete Volksbank-Arena hat ebenfalls vier Hallenteile und wird sowohl für den Schul- als auch für den Wettkampfsport genutzt. „Diese Halle ist ein sehr gutes Vorbild“, findet CDU-Stadtrat Rolf Hettich. Allerdings haben er und seine Fraktionskollegen auch einiges gesehen, was sie in Backnang besser machen wollen. So war etwa die Akustik in der Rottenburger Halle aus Sicht der Stadträte ein Manko. Während der Besichtigung bei laufendem Schulbetrieb herrschte ein hoher Lärmpegel. Dies könnte unter anderem daran liegen, dass die Abtrennung zwischen den Hallenteilen im oberen Bereich nur aus Netzen besteht. Für Backnang fordert die CDU deshalb geschlossene Trennwände, die den Schall besser dämpfen.

Stadt würde Vereine gerne an den Kosten beteiligen

Ihre Wünsche und Kritikpunkte hat die CDU-Fraktion in einem zweiseitigen Antrag zusammengefasst. Weitere Anregungen sind unter anderem eine direkte Verbindung zwischen Küche und Multifunktionsraum, damit dieser bei Sportveranstaltungen auch als Vip-Raum genutzt werden kann, und eine robustere Fassade als in Rottenburg.

Unklar ist noch, ob die späteren Nutzer auch einen Beitrag zur Finanzierung der Halle leisten müssen. In Rottenburg hatte ein eigens gegründeter Förderverein rund 260000 Euro an Spenden gesammelt. Mit diesem Geld wurden die Beschallungsanlage und eine moderne Videoanzeigetafel finanziert. Stefan Setzer fände das auch in Backnang sinnvoll. „Wir wollen dazu das Gespräch mit den Vereinen suchen“, kündigt der Baudezernent an. Auf große Begeisterung wird der Vorschlag bei den Vereinen aber wohl nicht stoßen. Rainer Mögle, Vorsitzender der TSG 1846 Backnang, erinnert daran, dass sein Verein auf dem Hagenbachgelände gerade ein neues Vereinssportzentrum plant. „Wir können das Geld nur einmal ausgeben“, sagt Mögle, zeigt sich aber offen für Gespräche mit der Stadt. „Wir müssen uns das Konzept erst mal im Detail anhören.“

Die geplanten 1000 Zuschauerplätze halten Mögle und Hettich für ausreichend. Bei Großveranstaltungen kann die Kapazität durch mobile Tribünen an den Stirnseiten sogar auf 1400 Plätze erweitert werden. „Das reicht auf jeden Fall“, sagt der CDU-Stadtrat und hofft darauf, dass, wenn die neue Halle steht, auch größere Meisterschaften, etwa im Judo oder Turnen, in Backnang stattfinden werden. Bleibt die Frage, wo die Besucher einer solchen Großveranstaltung alle parken sollen, denn direkt an der Halle stehen zurzeit lediglich 40 Parkplätze zur Verfügung und nach dem Neubau werden es nicht mehr sein. „Wir werden dafür ein Verkehrskonzept entwickeln“, kündigt Stefan Setzer an. Wenn die Stellplätze an der Halle belegt sind, soll das neue Parkleitsystem die Besucher schon frühzeitig zu den Parkplätzen beim Bahnhof lotsen. Über den Steg, der bis dahin ebenfalls neu gebaut wird, seien es von dort nur wenige Minuten Fußweg bis zur neuen Sporthalle.

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Erstellt:
14. April 2020, 06:00 Uhr

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