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Polizeigewerkschaft: Zahl von Verleih-E-Scootern begrenzen

dpa Berlin. Viele Beinahe-Unfälle, viele missachtete Vorschriften: Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft appelliert an Bundesverkehrsminister, rechtliche Maßnahmen zu ergreifen.

Ein Mann fährt mit einem E-Scooter auf dem Gehweg. Foto: Christoph Soeder

Ein Mann fährt mit einem E-Scooter auf dem Gehweg. Foto: Christoph Soeder

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ist dafür, die Zahl von Verleih-E-Tretrollern zu begrenzen. Die in den Ländern Verantwortlichen sollten bei den Genehmigungen für Verleihfirmen strenge Voraussetzungen schaffen, sagte DPolG-Chef Rainer Wendt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Wie sich einen Monat nach der Zulassung der Fahrzeuge zeige, seien vor allem Ältere, Sehschwache, Gehbehinderte und Kinder speziell beim Überqueren von Straßen unkalkulierbaren Gefahren ausgesetzt.

Viele Fahrer seien zudem noch unsicher beim Bedienen der E-Tretroller, die auch E-Scooter genannt werden; auch dadurch entstünden immer wieder Unfallsituationen. „Hinzu kommt, dass sich eine große Zahl von Rollerfahrern nicht an die Vorschriften hält und eben doch Bürgersteige befährt, zu zweit rollt oder alkoholisiert fährt“, kritisierte Wendt. Eine Helmpflicht sei „kaum vorstellbar, denn es sind meist Touristen, die diese Fahrzeuge nutzen“.

Seit gut einem Monat sind Elektro-Tretroller in Deutschland zugelassen. Anbieter in mehreren Städten bieten die kleinen Fahrzeuge seither zum Verleih an.

Wendt forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, die Rechtslage „noch einmal zu überdenken“. Es sei „eine fatale Arbeitsteilung, wenn der Bundesgesetzgeber solche Möglichkeiten schafft, aber die Folgen dieser Politik auf die Polizei abwälzt“, beklagte Wendt. Diese kontrolliere im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Allerdings könnten sich die Beamten nur begrenzt kümmern, da sie bereits mit anderen Aufgaben ausgelastet seien.

Ähnlich hatte sich in diesem Punkt bereits die mit der DPolG konkurrierende Gewerkschaft der Polizei (GdP) geäußert. „Die notwendigen zusätzlichen Kontrollen werden zum Großteil bei der Polizei landen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die polizeiliche Verkehrsüberwachung nicht seit Jahren ausgedünnt worden wäre“, hatte der GdP-Verkehrsexperte und stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Mertens erklärt.

In Köln wurden binnen neun Stunden gleich zwei E-Scooter-Fahrer verletzt. Einer der beiden erlitt nach Angaben der Kölner Polizei schwere Kopfverletzungen, als er auf einer Treppe stürzte. Der 36-Jährige war demnach mit einem Leihgerät unterwegs. Ebenfalls am Donnerstag kollidierte der Nutzer (34) eines Leihscooters beim Spurwechsel mit einem Auto und verletzte sich leicht.

In der Nacht auf Freitag stoppten Polizisten außerdem einen E-Scooter-Fahrer (22), der mit dem geliehenen Teil in Schlangenlinien unterwegs war - mit mehr als zwei Promille. Er musste seinen Führerschein abgeben. Gegen 4.00 Uhr morgens entdeckten Beamte schließlich einen 21-Jährigen, der mit 1,4 Promille auf dem Elektro-Tretroller unterwegs war.

Gegner der E-Tretroller formulieren vor dem Bundesverkehrsministerium ihre Forderungen: „Fahrbahn Ja, Gehweg Nein“. Foto: Clo Catalan

Gegner der E-Tretroller formulieren vor dem Bundesverkehrsministerium ihre Forderungen: „Fahrbahn Ja, Gehweg Nein“. Foto: Clo Catalan

Auf zwei winzigen Rädern im Innenstadtverkehr, die Augen fest aufs Handy geheftet: Ein Tourist fährt durch Berlin-Mitte. Foto: Bernd von Jutrczenka

Auf zwei winzigen Rädern im Innenstadtverkehr, die Augen fest aufs Handy geheftet: Ein Tourist fährt durch Berlin-Mitte. Foto: Bernd von Jutrczenka

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Erstellt:
19. Juli 2019, 17:40 Uhr

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