Tankstellen-Überfall in Völklingen

Polizist mit Waffe von Kommissaranwärter getötet

Ein Polizist wird während eines Einsatzes erschossen – mit einer Dienstwaffe. Nun steht fest, wem sie gehörte.

Der 34 Jahre alte Polizist wurde nach einem Tankstellen-Überfall ershossen.

© Patrick von Frankenberg/dpa/Patrick von Frankenberg

Der 34 Jahre alte Polizist wurde nach einem Tankstellen-Überfall ershossen.

Von red/dpa

– Der vor einer Woche im Einsatz erschossene Polizist (34) im Saarland ist mit der Dienstwaffe eines Kommissaranwärters getötet worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Demnach soll es dem 18-jährigen Beschuldigten im Zuge eines Handgemenges „auf noch nicht hinreichend geklärte Weise“ gelungen sein, die Dienstwaffe des Kommissaranwärters an sich zu nehmen. „Die genauen Abläufe und Umstände, die hierzu geführt haben, sind Gegenstand intensiver Ermittlungen, unter anderem kriminaltechnischer Untersuchungen etwa am Holster“, so Oberstaatsanwalt Thomas Schardt. 

Der 34 Jahre alte Polizist hatte nach einem Tankstellen-Überfall in Völklingen mit einem Kollegen und einem Kommissaranwärter einen 18 Jahre alten Verdächtigen verfolgt. Nachdem dieser in den Besitz der Waffe gelangt war, soll er unmittelbar das Feuer eröffnet haben. „Nach bisherigem Ermittlungsstand soll zuerst der verstorbene Polizeibeamte getroffen worden und zu Boden gegangen sein.“ Unmittelbar danach soll auch der Kommissaranwärter im Bereich der rückwärtigen Schutzweste getroffen worden und zu Boden gegangen sein, wobei die Schutzweste dem Geschoss standgehalten habe und der Kommissaranwärter deshalb nur leicht verletzt worden sein soll, so die Staatsanwaltschaft.

Eine private Videoaufnahme zeige, dass der Kommissaranwärter von einem Zeugen aus dem Gefahrenbereich gezogen worden sei. Anschließend soll der Täter noch auf den bereits am Boden liegenden Beamten geschossen haben, der an den schweren Verletzungen starb.

Der Kommissaranwärter soll nach bisherigen Erkenntnissen den Beschuldigten zuerst erreicht und versucht haben, ihn festzuhalten. Hierauf soll es zu dem Handgemenge gekommen sein. 

Der Verdächtige wurde wenig später ebenfalls von zwei Schüssen weiterer Polizeibeamter getroffen und festgenommen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des schweren Raubüberfalls, des Mordes und des zweifachen versuchten Mordes ermittelt. 

Laut Staatsanwaltschaft befindet er sich nach wie vor in kritischem Zustand und in intensivmedizinischer Behandlung in einem Krankenhaus. Es sei nicht absehbar, wann er in eine Justizvollzugsanstalt verlegt werde. Untersuchungen zu einer etwaigen psychoaktiven Beeinflussung durch Alkohol oder andere Rauschmittel seien noch nicht abgeschlossen. Auch lägen noch keine validen Erkenntnisse zu etwaigen psychischen Erkrankungen vor. „Allerdings haben sich Hinweise darauf ergeben, die möglicherweise auf psychische Beschwerden hindeuten könnten“, so Schardt 

Auch der Innenausschuss des Landtages beschäftigte sich am Morgen mit dem Fall und ließ sich über neue Ermittlungserkenntnisse informieren.

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Erstellt:
28. August 2025, 14:38 Uhr

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