Polizistentrick: Bank rettet Vermögen mit Goldimitat

dpa/lsw Heidelberg. Jahrzehntelang Erspartes und Familienschmuck - vermeintliche Polizisten habe es genau auf diese Werte abgesehen. Ein solcher mutmaßlicher Betrüger steht jetzt in Heidelberg vor Gericht. Dabei hatte sein Opfer noch Glück im Unglück.

Aussenaufnahme des Justizgebäudes Heidelberg. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Aussenaufnahme des Justizgebäudes Heidelberg. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Ein mutmaßlicher Organisator von Trickbetrügereien zum Schaden älterer Menschen muss sich heute (9.00) vor dem Landgericht Heidelberg verantworten. Laut Anklage war er Mitglied einer aus dem Ausland operierenden Gruppierung, deren Mitglieder sich als Polizeibeamte Zugang zum Vermögen von Senioren verschaffen wollten. In einem Fall wurde eine Frau aus Heidelberg von einem vermeintlichen Polizisten telefonisch kontaktiert. Es treibe eine Einbrecherbande in ihrer Umgebung ihr Unwesen und ihr Name sei auf einem Zettel entdeckt worden, die Einbrecher kooperierten überdies mit Bankmitarbeitern - so hatte man ihr laut Anklage Angst eingeflößt. Zum Schutz ihres gesamten Vermögens müsse sie dieses der Polizei aushändigen.

In einer ersten Tranche übergab sie laut Staatsanwaltschaft gutgläubig einem von dem Angeklagten ausgewählten Kurier 22 000 Euro, die sofort in die Türkei weitergeleitet wurden. Doch sie sollte noch mehr geschröpft werden. Als sie bei ihrer Bank Wertpapiere für 150 000 in Gold umtauschen wollte, erregte sie beim Personal Misstrauen und erhielt statt echtem Gold Imitate. Bei der Übergabe wurde laut Anklage ein ebenfalls vom Angeklagten ausgewählter Kurier festgenommen.

Der 27-Jährige ist des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs angeklagt. Plädoyers und Urteil (Az.: 2 KLs 430 Js 8444/20) werden noch am Mittwoch erwartet.

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Erstellt:
16. Dezember 2020, 02:45 Uhr

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