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„Prinz“ als Teil des Namens abgelehnt - Düsseldorfer klagt

dpa Düsseldorf. Ein Mann möchte den Zusatz „Prinz“ in seinem Namen tragen. Es geht dabei nicht um eine dubiose Adoption oder einen gekauften Titel. Die Stadt Düsseldorf hat ihm den Zusatz verweigert. Jetzt soll ein Gericht entscheiden.

Ungewöhnlichen Fall vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht: Ein Mann hat die Stadt Düsseldorf verklagt, weil sie ihm den Namenszusatz „Prinz“ verweigert hat. Foto: Martin Gerten/dpa

Ungewöhnlichen Fall vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht: Ein Mann hat die Stadt Düsseldorf verklagt, weil sie ihm den Namenszusatz „Prinz“ verweigert hat. Foto: Martin Gerten/dpa

Ein Mann aus einer Familie mit Adelsgeschichte möchte den Zusatz „Prinz“ in seinem Namen tragen - und hat deswegen Klage eingereicht.

Der Grund: Die Stadt Düsseldorf hat ihm die Erweiterung seines Namens um den Adelstitel verweigert. Wie eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, wurde das Verfahren bereits im Mai angestrengt. Einen Termin für die mündliche Verhandlung gebe es noch nicht.

Der Kläger stammt nach dpa-Informationen aus einer Familie mit Adelsgeschichte. Seinen Antrag, den Prinzen-Titel als Teil seines bürgerlichen Namens zu führen, hatte die Verwaltung abgelehnt. Warum, konnte die Stadt Düsseldorf auf Anfrage zunächst nicht beantworten.

Der juristische Hintergrund der Klage: Seit 1919 gibt es in Deutschland keinen Adelsstand mehr, Titel können damit auch nicht mehr verliehen werden. Will man nachträglich einen Titel, muss man beim Amt eine Namensänderung beantragen. Eine solche sei nur unter „engen Voraussetzungen möglich“, wie der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke der dpa erläuterte.

„Das Namensänderungsgesetz schreibt vor, dass eine Änderung nur dann genehmigt wird, wenn ein „wichtiger“ Grund vorliegt“, so Solmecke. Normalerweise seien solche Gründe zum Beispiel Nachnamen, die einen obszönen, ordinären oder anstößigen Charakter haben - oder auch häufige Namen wie Müller. Das Standesamt habe bei Anträgen auf Änderung letztlich einen „eigenen Entscheidungsspielraum“, so Solmecke.

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Erstellt:
11. Januar 2020, 11:33 Uhr

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