Netzreaktionen auf Porsche

Private Handynutzung bei Arbeit untersagt – „Warum aber nur in der Produktion?“

Sportwagenbauer Porsche untersagt ab April unter anderem die private Handynutzung im Werk während der Arbeitszeit. Die Reaktionen darauf auf Social Media sind gemischt.

Bald untersagt: Porsche-Mitarbeiter  in Zuffenhausen dürfen ihr Privathandy während der Arbeitstätigkeit nicht mehr nutzen.

© Marijan Murat/dpa

Bald untersagt: Porsche-Mitarbeiter in Zuffenhausen dürfen ihr Privathandy während der Arbeitstätigkeit nicht mehr nutzen.

Von Rouven Spindler

Ab April gelten bei Porsche neue Regeln: Es kommt – wie bereits berichtet – zu einem Alkoholverbot auf dem gesamten Werksgelände des Stuttgarter Sportwagenherstellers, es gibt dabei nur kleine Ausnahmen. Wie unsere Zeitung kürzlich dann ebenfalls erfuhr, regelt Porsche auch den Umgang mit Handys und In‑Ear‑Geräten im Werk neu – was in den vergangenen Tagen auf Social Media zahlreiche Kommentare unter unseren Beiträgen hervorgerufen hat.

Worum geht es genau? Porsche will die Arbeitssicherheit erhöhen und untersagt seinen Mitarbeitern in der Produktion „die private Handynutzung während der Arbeitstätigkeit sowie das Tragen von In‑Ear‑Geräten“, erklärte ein Sprecher. Letzteres betreffe nur Mitarbeiter, die bei der Arbeit besonders auf das Gehör angewiesen sind. Während den Pausen sei die Handynutzung weiterhin erlaubt.

Porsche regelt private Handynutzung neu

Auf LinkedIn, vor allem aber auf Facebook und Instagram häufen sich dazu – wie zuvor schon zum Alkoholverbot – die Reaktionen. Von Zustimmung bis Kritik: die Meinungen gehen weit auseinander. Eine Auswahl an Kommentaren unter den veröffentlichten Beiträgen unserer Redaktion.

User äußern sich zu Porsche-Regeln

Wie argumentieren Fürsprecher? „Ich bin der Meinung, dass es in Firmen ein Handyverbot geben sollte. Ein wichtiger Grund dafür ist die Produktivität“, kommentiert jemand und fügt hinzu: „Viele Mitarbeiter lassen sich durch ihr Smartphone leicht ablenken.“ Ein weiterer User meint: „Das ist auch bei uns so, hat einfach Überhand genommen. Einige haben fast die ganze Zeit via Headset telefoniert oder Musik gehört.“

Ein weiterer User hält die neue Handyregelung für „sinnvoll in Sachen Arbeitssicherheit“ und teilt ebenfalls seine Eindrücke aus dem Joballtag: „Leider schaffen es manche nicht, das Ding auch mal aus der Hand zu legen.“ Streiten könne man über die Handyregelung dann, wenn man etwa bei schwer erkrankten Familienmitgliedern erreichbar sein will oder muss.

„Sehr gut! Sollte Standard sein. Private Handynutzung ist wie Pause“, findet ein anderer User. „In den 80er Jahren musste man zum privaten Telefonieren bei Notfällen zum Personalbüro oder zum Vorgesetzten“, kommentiert ein weitere Mann. Heute habe so gut wie jeder ein Diensthandy, auf dem er bei Notfällen erreichbar sei. „Warum dann noch ein privates Mobiltelefon?“, fragt er sich – und begrüßt die neue Porsche-Regelung.

„Damit so ein Verbot erstmal diskutiert wird, da muss vorher schon einiges vorgefallen sein“, mutmaßt ein User indes. Wenn er sich die Arbeitsmoral von vielen anschaue, dann wundere ihn das gar nicht. „Während der Arbeit in den Sozialen Medien scrollen, Textnachrichten schreiben, telefonieren und, und, und“, zählt er auf. Die Mitarbeiter seien selbst schuld.

Porsche-Regeln stoßen auch auf Kritik

„Wer will das kontrollieren? Extra ernannte Smartphone-Sherrifs!?“, fragt ein Nutzer. Und ein weiterer hakt nach: „Also was bringt diese Handyregelung, bitte? Gibt deutliches Dringlicheres, als den ganzen arbeitenden Leuten die Podcasts und Musik zu verbieten.“ Er bezieht sich wohl darauf, dass einige Porsche-Mitarbeiter In-Ear-Geräte bald nicht mehr nutzen dürfen. Wer nicht im Gabelstapler unterwegs ist und bei seiner Arbeit auch nicht auf das Hören von Klickgeräusche besonders angewiesen ist, darf sie nach Unternehmensangaben aber weiterhin benutzen.

„Ich finde, vor allem im Werk sollte man zumindest Musik hören dürfen“, schreibt eine Frau und mutmaßt: „Da möchte jemand das Arbeitsklima verschlechtern.“ Porsche will dagegen die Arbeit sicherer machen. Laut einem Sprecher setzt sich das Unternehmen insbesondere zum Ziel, „Arbeitsunfälle infolge von Unachtsamkeit zu reduzieren und idealerweise zu vermeiden“.

In einem weiteren Kommentar wird der neue Umgang mit Handys und In-Ear-Geräten an sich nicht kritisiert, dafür jedoch diese Frage aufgeworfen: „Warum aber nur in der Produktion?“ Weiter heißt es: „Wenn dann alle.“

„Aprilscherz“, schreibt eine Frau, versehen mit zwei Lachemojis. „Konnten die keinen anderen Termin finden als den 1. April?“, fragt ein weiterer User. Von da an treten die neuen Regelungen in Kraft – aber davon sollte man sich nicht irritieren lassen.

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Erstellt:
23. März 2026, 20:02 Uhr
Aktualisiert:
23. März 2026, 21:18 Uhr

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