Protestforscherin: Auf Randalierer zugehen

dpa/lsw Münster. Was steckt hinter den jüngsten Auseindersetzungen zwischen jungen Menschen und der Polizei? Eine Protestforscherin rät, nach den eigentlichen Problemen zu suchen, um angemessen reagieren zu können.

Als Reaktion auf die Randale in mehreren Städten Baden-Württembergs soll nach Meinung einer Protestforscherin das Gespräch mit den jungen Menschen gesucht werden. „Statt polizeilich aufzurüsten, sollte die Kommunikation an der Basis etwa mit Streetworkern verbessert werden“, sagte Julika Mücke, Doktorandin an der Universität Münster, der Deutschen Presse-Agentur. Politik und Polizei müssten genau untersuchen, welche Konflikte hinter den Auseinandersetzungen stünden.

In den vergangenen Wochen gab es in Baden-Württemberg immer wieder Auseinandersetzungen zwischen jungen Menschen und der Polizei. Größere Gruppen hatten etwa am Stuttgarter Schlossplatz oder auf der Heidelberger Neckarwiese randaliert. Dabei waren auch Polizisten verletzt worden, etwa durch Flaschenwürfe. Zuletzt war es in Ravensburg zu Spannungen zwischen Feiernden und der Polizei gekommen.

Diese Ereignisse sollten zunächst als Ausdruck der Unzufriedenheit angesehen werden, auch wenn die jungen Menschen nicht die gängigen Wege wie Demonstrationen oder Petitionen nutzen, um sich Gehör zu verschaffen, erläuterte die Kulturwissenschaftlerin. In den Städten gehe es oft um die Frage, wer den öffentlichen Raum wie nutzen dürfe. Dieses Thema sei mit den Corona-Einschränkungen noch brisanter geworden. Ziel müsse es sein, den Konflikten nicht ausschließlich ordnungspolitisch zu begegnen, sondern nach dem eigentlichen Problem zu suchen und den jungen Leuten Beteiligungsmöglichkeiten zu verschaffen.

© dpa-infocom, dpa:210608-99-902557/2

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Erstellt:
8. Juni 2021, 06:03 Uhr

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