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Prozess um Geldwäsche: 45 Millionen Euro transferiert

dpa/lsw Stuttgart. Drei Männer und eine Frau sollen Drogengelder in Millionenhöhe gewaschen haben. Zur Verschleierung dienten Goldgeschäfte. Vor Gericht schweigen sie.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand, im Hintergrund blauer Himmel. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archivbild

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand, im Hintergrund blauer Himmel. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archivbild

Drei Männer und eine Frau sollen als Bande Millionengewinne aus Drogengeschäften aus den Niederlanden gewaschen und das Geld dann nach Dubai verschoben haben: Wegen gewerbs- und bandenmäßiger Geldwäsche muss sich das Quartett seit Donnerstag vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Zwischen Januar 2017 und Januar 2018 sollen rund 45 Millionen Euro an illegalen Geldern transferiert worden sein, wie der Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklage erklärte. Diese wurden als Zahlungen für Goldgeschäfte ausgegeben.

Die Angeklagten machten zum Prozessauftakt keine Angaben. Ein Teil der Verteidiger warfen der Staatsanwaltschaft schlampige Ermittlungen vor. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten die Gelder in den Niederlanden eingesammelt und nach Deutschland gebracht haben. Von Deutschland aus sollen verschiedene Kuriere mit dem Bargeld im Flugzeug nach Dubai gereist sein.

Bei den Angeklagten im Alter zwischen 34 Jahren und 51 Jahren handelt es sich unter anderem um einen Goldhändler aus Schorndorf sowie einen Goldhändler aus Dubai. Sie sollen zur Tarnung ein Scheinsystem aufgebaut haben, bei dem tatsächlich Gold von Dubai nach Deutschland geliefert wurde - im Rems-Murr-Kreis kamen in Schorndorf und Winnenden solche Lieferungen an.

Dem Goldhändler aus Schorndorf legt die Anklage zur Last, seit Jahren Dienstleistungen für kriminelle Aktivitäten angeboten zu haben. Sein Anwalt hingegen sagte, der 45-Jährige habe die Gabe, fantastische Geschichten zu erzählen. Der Verteidiger des zuletzt in Dubai wohnenden Goldhändlers bemängelte, dass die Ermittler den internationalen Goldhandel nicht verstanden hätten, weil ein Teil der Vorwürfe schon im Vorfeld eingestellt worden sei. Der Mann habe einen legalen Goldhandel betrieben, mit Kauf und Verkauf, um Gewinn zu erzielen.

Die drei angeklagten Männer sitzen in Untersuchungshaft. Die Ehefrau des 45-Jährigen ist auf freien Fuß. Sie soll für die Buchhaltung zuständig gewesen sein. Bislang sind 13 Verhandlungstage angesetzt.

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Erstellt:
11. Juli 2019, 14:13 Uhr

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