Quälerei-Vorwurf: Nachbesserungen im Schlachthof Gärtringen

dpa/lsw Böblingen. Nach Bekanntwerden von mutmaßlichen Misständen bei einem Schlachthof in Gärtringen (Kreis Böblingen) hat das Landratsamt erste Maßnahmen eingeleitet. Unter anderem sind nun zwei Tierärzte an Schlachtungstagen vor Ort, von denen einer dauerhaft die Betäbung und den Zutrieb der Tiere überwacht, wie ein Behördensprecher am Mittwoch mitteilte. Auch wird die Stückzahl der Schlachtungen reduziert - bei Schweinen zum Beispiel von 80 auf 60 pro Stunde. Zunächst hatten „Stuttgarter Nachrichten“ und „Stuttgarter Zeitung“ darüber berichtet.

Schweine hängen im Schlachthof. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Symbolbild

Schweine hängen im Schlachthof. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Symbolbild

Der Verein Soko Tierschutz hatte am Montag Filmmaterial veröffentlicht, das Tierquälerei belegen soll. Das Landratsamt habe das Material angefordert und wolle es auswerten, bekräftigte der Sprecher. Das Videomaterial werde Anfang kommender Woche erwartet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, wie eine Sprecherin sagte.

Nach den belastenden Videos beschlossen die Schlachthofverantwortlichen nach einem SWR-Bericht Veränderungen. Das Personal sei um drei Personen aufgestockt wurde, erklärte der Metzger und Aufsichtsrat des Genossenschaftsbetriebs Günther Egeler laut dem Sender. Außerdem seien der Viehzutrieb und die Betäubung zur Chefsache erklärt worden und es solle bald Kameras im gesamten Schlachthof geben. Der Schlachthofbetreiber war zunächst nicht erreichbar.

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Erstellt:
2. September 2020, 17:10 Uhr

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