Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Quarantänezentrum für Flüchtlinge geht am Samstag in Betrieb

dpa/lsw Althütte. In den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes gibt es immer häufiger Ansteckungen von Flüchtlingen mit dem Coronavirus. Dort ist eine isolierte Unterbringung aber aus Platzgründen nur begrenzt möglich. Nun gibt es eine Lösung.

Eine Mitarbeiterin trägt Schutzkleidung um eine Ansteckung zu verhindern. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Eine Mitarbeiterin trägt Schutzkleidung um eine Ansteckung zu verhindern. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Mit dem Coronavirus infizierte Flüchtlinge aus Unterkünften in ganz Baden-Württemberg können von diesem Samstag an in Althütte in Quarantäne gehen. Das teilte das Regierungspräsidium Stuttgart am Karfreitag mit. Zunächst sollen am Samstag zwei Mütter mit ihren Kindern aus der Erstaufnahmeeinrichtung Tübingen nach Althütte gebracht werden. „Auf die Inbetriebnahme wurde mit Hochdruck hingearbeitet, um so schnell wie möglich mit der Aufnahme von positiv auf SAS-CoV-2 getesteten Flüchtlinge beginnen zu können“, erklärte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer, dessen Behörde die Einrichtung für das Land betreibt.

Um sicherzustellen, dass die Auflagen der häuslichen Quarantäne in der Einrichtung eingehalten werden, wird vorsorglich auf dem Gelände ein Sicherheitsdienst eingesetzt. Solange die Flüchtlinge unter Quarantäne stehen, dürfen sie die Liegenschaft nicht verlassen. Die drei Unterkunftsgebäude wurden mit einem Zaun vom restlichen Gelände abgetrennt. Der Start der Einrichtung solle für eine Entlastung in den vier Landeserstaufnahmeeinrichtungen sorgen. In Althütte sollen besonders Schutzbedürftige wie Frauen mit Kindern und kleinere Familien untergebracht werden.

In der Unterkunft im ehemaligen Freizeitzentrum des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes in Althütte sollen Geflüchtete, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, vorübergehend entsprechend der Vorgaben des örtlichen Gesundheitsamts untergebracht werden. Im Freizeitzentrum im Rems-Murr-Kreis finden zwischen 30 bis 60 Geflüchtete - Einzelpersonen und gegebenenfalls Familien - ohne Symptome oder mit milden Symptomen Platz. Schwerer erkrankte Menschen werden vorrangig in den Krankenhäusern im Umfeld der jeweiligen LEA behandelt, beispielsweise in Freiburg, Sigmaringen oder Ellwangen.

Die Bewohner sind laut Reimer angewiesen, sich in ihren Zimmern aufzuhalten und dort auch ihr Essen einzunehmen. Zur Einhaltung der Quarantänevorschriften und um einen reibungslosen Ablauf bei Betreuung, Verpflegung und medizinischen Versorgung der Geflüchteten zu gewährleisten, komme zusätzlich zum Sicherheitsdienst eine Personalschleuse zum Einsatz, um Ansteckungen zu vermeiden. Das Personal sei zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer mit entsprechender Schutzausrüstung ausgestattet. Die medizinische Versorgung erfolge direkt in der Einrichtung durch extra hierfür bereitgestelltes Personal.

Über eine mögliche Verlegung von Infizierten aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung Ellwangen im Ostalbkreis nach Althütte wird laut Reimer in den kommenden Tagen entschieden, abhängig von den noch ausstehenden Testergebnissen. In der Einrichtung in Ellwangen waren bis Donnerstagabend von 204 auf das Coronavirus getesteten Beschäftigten 19 positiv. Sie sind nach Auskunft des Landratsamtes Ostalbkreis für 14 Tage in häuslicher Isolation. Von den 567 Bewohnern stehen noch rund 450 Testergebnisse aus. Aus der ersten Charge an Test-Rückläufen aus den Labors seien aber bereits 34 positiv. Damit seien bisher 41 Bewohner mit positivem Befund innerhalb der LEA in einem separaten Bereich in häuslicher Isolation.

Auch 40 Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung in Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) müssen in den kommenden zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Bei den Männern sei zwar kein positiver Test auf das Coronavirus bekannt, wie das Regierungspräsidium Stuttgart, das Landratsamt Heidenheim und die Stadt am Donnerstag mitteilten. Bewohner hätten aber enge Kontakte zu einem positiv Getesteten gehabt. Die Behörden ordneten daher eine Ausgangs- und Kontaktsperre an. Sie dauert vorerst bis zum 22. April. Die Bewohner und das Personal sollen nun auf das neuartige Coronavirus getestet werden. Die Einrichtungen in Giengen und Ellwangen werden von der Polizei überwacht.

Zum Artikel

Erstellt:
10. April 2020, 11:09 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!