Queere Community auf dem Wasen

Eine Gaudi mit erinnerungswürdigem Fassanstich gab’s am Sonntag in der Almhütte Royal auf dem Wasen.

Die Veranstalter der Regenbogenalm: Andreas Müller und Lars Pessinger

© Lg/F. Iannone

Die Veranstalter der Regenbogenalm: Andreas Müller und Lars Pessinger

Von Nina Scheffel

Stuttgart - Ein mit rosafarbenen Blumen geschmücktes Bierfässle war am Sonntag in der Almhütte Royal auf dem Wasen der heimliche Star des Abends. Denn dort, oben auf der Empore des Festzelts in der Herzlbar, läutete die queere Community und Stuttgarter Prominenz in der „Regenbogenalm“ die Wasenzeit ein – mit ihrem ganz eigenen Fassanstich. Während der offizielle Eröffnungsanstich am Samstag im Festzelt zum Benz mit zwei Schlägen über die Bühne ging, hatte Festwirtin Nina Renoldi in der Regenbogenalm zu kämpfen. Zwischendurch sprudelte das Bier sogar oben aus dem Fass – nur nicht in den Bierkrug. Dank tatkräftiger Unterstützung von Veranstaltern und Mitarbeitern klappte es nach zahlreichen Versuchen dann doch noch – das Bier floss und die Gäste hatten etwas, über das sie sich amüsieren konnten. Der Stimmung tat der durchwachsene Fassanstich keinen Abbruch. Auch Nina Renoldi nahm es gelassen: „Beim nächsten Mal werde ich vorher üben.“

Ein erinnerungswürdiger Auftakt der dritten Ausgabe des Partyformats, mit dem die Veranstalter Andreas Müller und Lars Pessinger erst im vergangenen Jahr auf dem Frühlingsfest Premiere feierten. Die Regenbogenalm-Macher sorgten unter dem Motto „Gemeinsam mit Humor und Herz“ für Stimmung in der Herzlbar. Die Veranstalter bedankten sich bei Renoldi und ihrem ehrenamtlichen Team für die Unterstützung und die Möglichkeit in der Herzlalm zu feiern.

Die war vorab – zumindest was feste Plätze anging – bereits ausgebucht. Spontane fanden am Sonntag aber dennoch Platz. „Niemand muss draußen bleiben“, hatte Müller vorab angekündigt. Im Herbst feierten rund 400 Gäste die Vielfalt in der Herzlbar, mit ebenso vielen, wenn nicht sogar mehr Gästen hatte Müller beim diesjährigen Frühlingsfest gerechnet. Am Ende war die Festzelt- Empore gut gefüllt.

Unter den Gästen tummelten sich einige bekannte Stuttgarter Gesichter. Unter anderem waren Vertreterinnen und Vertreter der Stuttgarter CSD-Initiative Stuttgart Pride gekommen. Lars Lindauer, Mitglied des Vorstands, lobte die Regenbogenalm bei der Gelegenheit als wichtiges Zeichen. „Es ist wichtig, dass es solche Events gibt, weil die queere Community derzeit wieder mehr unter Beschuss steht. Viele Menschen finden es wieder okay, queere Menschen auszugrenzen“, sagte er.

Auch die Stuttgarter DJ Alegra Cole, Tina Laszlo, ehemalige Store-Managerin von Angermaier Trachten in Stuttgart und Ex-Karnevalsbaronin, Kunsthändler Frank Zimmermann und viele weitere Gäste waren gekommen. Andreas Müllers Ziel nach der Premiere im vergangenen Jahr, die Party zu einem festen Termin im Stuttgarter Veranstaltungskalender zu machen, ist ihm jedenfalls gelungen. Auch im Herbst beim Volksfest planen der Stuttgarter und sein Team, die Regenbogenalm wieder in der Almhütte Royal zu veranstalten.

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Erstellt:
20. April 2026, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
21. April 2026, 00:00 Uhr

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