Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Radfahrer müssen schieben

Bisherige Ausfahrt aus dem Gewerbegebiet Waldrems nur für Omnibusse erlaubt

Am Knoten Waldrems fließt der Verkehr nach den jüngsten Änderungen besser. Und trotzdem sind nicht alle zufrieden. Jetzt haben all jene Radfahrer ein Problem, die aus dem Gewerbegebiet nach Waldrems wollen. Denn die ursprüngliche Ausfahrt ist nur noch Omnibussen erlaubt. Und die neue Ausfahrt über die Illerstraße würde die Radler auf die vierspurige B14 führen. Nun heißt es für alle Radler, absteigen und den Drahtesel über die Fußgängerampel schieben.

Für Radfahrer wie Stefan Janik ist es schwierig, die B14 zu überqueren. Sie müssen absteigen und die Fußgängerüberführung nutzen. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Für Radfahrer wie Stefan Janik ist es schwierig, die B14 zu überqueren. Sie müssen absteigen und die Fußgängerüberführung nutzen. Foto: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Stefan Janik ist ziemlich verärgert. Er pendelt jeden Tag mit dem Fahrrad von Waldrems zum Bahnhof Maubach. Auf dem Rückweg hat er seit zwei Wochen ein Problem. An der Opti-Kreuzung darf nur noch der Busverkehr die B14 direkt überqueren, die übrigen Verkehrsteilnehmer müssen über die Illerstraße fahren. Für die Kraftfahrzeuge ist das auch keine große Sache, wohl aber für die Radfahrer. Denn sie würden sich urplötzlich auf der vierspurigen B14 befinden. Stefan Janik ist ratlos, zumal die Beschilderung des Radwegs an der Opti-Kreuzung immer noch geradeaus zeigt. Nun klagt er: „Es kann doch nicht sein, dass ich als Radfahrer jetzt gezwungen werde, die Fußgängerampel zu benutzen und direkt danach wieder höchst gefährlich vom Gehweg auf die Neckarstraße zu wechseln. Vor allem, weil die Linksabbieger aus Backnang, die in Richtung Waldrems unterwegs sind, gleichzeitig Grün haben. Es kommt regelmäßig zu extrem gefährlichen Situationen.“

„Ich muss jeden Tag ein hohes Unfallrisiko in Kauf nehmen“

Nach Janiks Einschätzung wurde hier bei der Planung ein grober Fehler gemacht. „Nun muss ich jeden Tag, um über die B14 zu kommen, ein sehr hohes Unfallrisiko in Kauf nehmen. Und wie mir geht es leider jedem Fahrradfahrer, der diesen Radweg nutzen möchte.“

Die Pressestelle des Regierungspräsidiums bestätigt, dass aus dem Industriegebiet heraus nur noch der ÖPNV fahren darf und der Individualverkehr über die Illerstraße geleitet wird. Die Behörde schreibt: „Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Knotenpunkt Waldrems war es notwendig, dass die Anbindung des Gewerbegebiets Waldrems an die B14 über die Illerstraße geführt wird und nur noch der ÖPNV über die Donaustraße aus dem Gewerbegebiet Waldrems fahren darf.“ Als Rat für die Radler heißt es weiter: „Für die Radfahrer ist es am sinnvollsten, abzusteigen und die B14 über die Fußgängerampel zu queren. Ein Radweg besteht nicht und hat es auch vor dem Bau der Illerstraße im Bereich des Knotens Waldrems nicht gegeben.“ Die Radfahrer müssen nach der Querung der B14 über die Fußgängerampel laut Behörde „eigenverantwortlich“ wieder auf der Neckarstraße losfahren. Die Bedenken Janiks können die RP-Pressesprecher nicht nachvollziehen: „Wenn ein Radfahrer aus seinem Grundstück in eine öffentliche Straße einfährt, muss er auch den Verkehrsfluss beachten.“

Grundsätzlich sei die Stadt Backnang als zuständige Straßenverkehrsbehörde für die Radwegführung zuständig. Die Stadt könne entscheiden, ob der Radverkehr über die Illerstraße geführt werden soll oder eine andere Möglichkeit, wie zum Beispiel eine Beschilderung mit Radfahrer absteigen und die Fußgängerampel benutzen, gefunden werden kann. Ein Planungsfehler liegt laut Regierungspräsidium nicht vor, da es sich um einen Zwischenzustand bis zum Bau des Tunnels Waldrems handelt. Nach der Fertigstellung des Knotens Waldrems gibt es demnach einen Kreisverkehr, der auch von Radfahrern befahren werden kann.

Info
Busse sollen künftig per Funk Grün bekommen

Nachdem die Markierungsarbeiten am Knoten Waldrems abgeschlossen sind und zwei Linksabbiegespuren von Waldrems in die B14 führen und die Ampeln am Knoten und an der Illerstraße aufeinander abgestimmt sind, fließt der Verkehr besser. Auch besser als vor dem Bau der Illerstraße.

Wegen dieser deutlichen Steigerung der Leistungsfähigkeit des Knotens Waldrems wurde die Illerstraße auch schon mit dem ersten Bauabschnitt realisiert, obwohl der eigentliche Zweck der Illerstraße ein anderer ist. Die zusätzliche Anbindung des Gewerbegebiets Waldrems an die B14 wird nämlich vor allem während des Baus des Tunnels Waldrems benötigt. Die räumlichen Verhältnisse sind sehr eng. Während des Tunnelbaus muss die B14 verschwenkt werden. Die Anbindung der Donaustraße für den Individualverkehr würde die Baustelle extrem verkomplizieren. Deshalb darf bis zur Fertigstellung des Knotens nur der ÖPNV über die Donaustraße aus dem Gewerbegebiet Waldrems ausfahren.

Die Ampel schaltet für die Busse derzeit auf Grün, sobald sie eine Induktionsschleife im Boden überfahren. Dies hat den Nachteil, dass auch jeder illegal in diesen Bereich einfahrende Pkw eine Grünphase bekommt, was der Leistungsfähigkeit des gesamten Knotenpunkts schadet.

Künftig soll die Anforderung der Grünphase für Busse auf der Busspur in der Donaustraße per Funk erfolgen, sodass der Individualverkehr keine Freigabe mehr erhält.

In einer Pressemitteilung schreibt das Regierungspräsidium: „Noch sind die Busse des neuen Busunternehmens wohl noch nicht mit den nötigen Funkgeräten ausgerüstet. Es liegt im Aufgabenbereich der Stadt Backnang und im Interesse aller, das Busunternehmen schnellstmöglich zur Ausrüstung der Fahrzeuge mit den Funkgeräten aufzufordern und über das Ordnungsamt den Individualverkehr auf die geänderte Fahrbeziehung hinzuweisen und diese auch zu überprüfen.“

Zum Artikel

Erstellt:
15. März 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Stadt & Kreis

Unter traditionell-urigem Stern

Murreder Henderwäldler wollen als schwäbisch-alemannisch geprägte Zunft dem Landesnarrentreffen eine besondere Note verleihen