Drogeriekette Rossmann

Raoul Roßmann zweifelt an Gerechtigkeit für alle in der Wirtschaft

Rossmann-Chef Raoul Roßmann bezeichnet die Marktwirtschaft als ungerecht. Trotzdem hält er dieses System für das „Beste für alle“.

Raoul Roßmann, Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Rossmann, zweifelt an der Gerechtigkeit für alle in der Wirtschaft (Archivfoto).

© Julian Stratenschulte/dpa/Julian Stratenschulte

Raoul Roßmann, Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Rossmann, zweifelt an der Gerechtigkeit für alle in der Wirtschaft (Archivfoto).

Von red/epd

Der Inhaber der Drogeriekette Rossmann, Raoul Roßmann, hält Marktwirtschaft für ungerecht. Es sei „überhaupt nicht gerecht“, dass er ein größeres Vermögen besitzt, als eine Kassiererin bei Rossmann je erarbeiten kann. „Und dennoch würde ich sagen, dass dieses Modell trotzdem das Beste für alle ist“, sagte Roßmann der „Süddeutschen Zeitung“ in einem am Dienstag online veröffentlichten Interview.

„Wirtschaftsmodelle müssen nicht moralisch einwandfrei sein. Sie müssen Menschen die Freiheit geben, durch Leistung materiell unabhängig leben zu können“, sagte der Rossmann-Chef, der die Drogeriekette vor fünf Jahren von seinem Vater Dirk Roßmann übernommen hat. Die soziale Absicherung im Härtefall garantiere der Staat. „Wirtschaftssysteme, die Gerechtigkeit für alle anstreben, scheitern in der Regel“, sagte der 40-Jährige.

Reform der Erbschaftsteuer statt Vermögensteuer

Die Stärke der AfD sieht Roßmann nicht als Folge der Schere zwischen Arm und Reich. Rechtspopulismus sei ein globaler Trend. Ihn gebe es genauso in Schweden, Dänemark oder Polen, wo von wirtschaftlicher Stagnation keine Rede sei. „Ungleichheit kann eine Rolle spielen. Aber der eigentliche Grund ist die Perspektivlosigkeit“, sagte der Unternehmer.

Eine höhere Erbschaftssteuer ist für Roßmann denkbar, während er eine Vermögensteuer für „schrecklich ineffizient“ hält. Die Erbschaftsteuer ist aus seiner Sicht aber nich ausgereift, weil sie hohe Vermögen begünstige oder großenteils außen vor lasse. „Mein Vorschlag wäre: Lasst uns diese Erbschaftsteuer effizienter gestalten. Das ist leichter, als eine Vermögensteuer neu einzuführen“, sagte er.

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Erstellt:
19. Mai 2026, 07:58 Uhr

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