Rathaustisch zerstört: Ermittlungen gegen Bürgermeister

dpa/lsw Bad Schönborn. Wegen der Corona-Auflagen soll er angewiesen haben, dass der Ratstisch im Rathaus zerstört wird: Nun ermittelt die Karlsruher Staatsanwaltschaft gegen den Bürgermeister von Bad Schönborn (Kreis Karlsruhe). Es gehe um den Verdacht der Sachbeschädigung, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Zuvor hatten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ darüber berichtet. Demnach soll der Bürgermeister dafür gesorgt haben, dass der Tisch zerlegt und entsorgt wird, weil nur durch Einzeltische bei Sitzungen die in Corona-Zeiten nötigen Abstände eingehalten werden könnten.

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

In einem zweiten Verfahren gegen den Rathauschef geht es nach Angaben der Anklagebehörde um Untreue. Auf seine Anweisung soll ein Erdwall an der Bundesstraße 292 ohne Genehmigung errichtet worden sein. Die Erde stamme von einem Privatgrundstück, dessen Eigentümer sich so die Entsorgungskosten zulasten der Gemeinde gespart hätten. Eine Sprecherin der Bad Schönborner Verwaltung ließ ausrichten, der Bürgermeister äußere sich nicht zu dem laufenden Verfahren.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wurden schon Zeugen vernommen. Weitere Vernehmungen sollen folgen. Der Ausgang der Ermittlungen ist dem Sprecher zufolge völlig offen - von der Einstellung des Verfahrens bis zu einer Anklage sei alles möglich. Wie lange die Behörde ermitteln wird, konnte er nicht abschätzen.

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Erstellt:
19. November 2020, 13:49 Uhr

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