Rektor: Null Toleranz für wissenschaftliches Fehlverhalten

dpa/lsw Heidelberg. Der Heidelberger Uni-Rektor Bernhard Eitel hat nach dem Bluttest-Skandal Konsequenzen im Fall von Verstößen gegen wissenschaftliche Standards angekündigt. „Wissenschaftliches Fehlverhalten wird an der Universität Heidelberg nicht toleriert“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Und: „Verstöße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis werden wir konsequent ahnden und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.“

Der Geografie-Professor Bernhard Eitel (l) steht in der alten Aula der Universität Heidelberg. Foto: Ronald Wittek/Archiv

Der Geografie-Professor Bernhard Eitel (l) steht in der alten Aula der Universität Heidelberg. Foto: Ronald Wittek/Archiv

Die Uni untersuche die Vorgänge um die aus Sicht vieler Kritiker verfrühte Präsentation des Bluttests zur Brustkrebsdiagnostik, sagte Eitel. Dazu wurde die ständige Senatskommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit Fehlverhalten in der Wissenschaft einberufen.

Der Leiter der Uni-Frauenklinik, Christof Sohn, hatte den Test im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt und als bis Ende des Jahres marktfähig angepriesen. In einer Pressemitteilung war von „einem Meilenstein in der Brustkrebsdiagnostik“ die Rede. Die Firma Heiscreen, eine Uniklinik-Ausgründung, sollte den Bluttest vermarkten.

Ein von der Uniklinik eingesetzter Tumorbiologe hat die Umstände der Presseerklärung geprüft und laut „Süddeutscher Zeitung“ festgestellt, dass das Verfahren einer Brustkrebsfrühdiagnose über Blutproben bisher nicht existiert. Es gebe nicht einmal einen Prototypen. Der Skandal droht den Ruf der ältesten deutschen Universität zu schädigen.

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Erstellt:
29. Mai 2019, 06:08 Uhr

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