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Reparieren steht auf dem Stundenplan

Sommerzeit ist Sanierungs- und Reinigungszeit in Schulgebäuden – In Backnang sind an Schulen kaum Handwerker anzutreffen

Wenn Schüler und Lehrer sich in die Sommerferien verabschiedet haben, sind die Schulgebäude fest in Handwerkerhand. Sommerzeit ist Sanierungszeit – normalerweise. In Backnang wird dieses Jahr allerdings außer an der Gemeinschaftsschule in der Taus nicht renoviert. Ganz still ist es in den Schulen trotzdem nicht: Es wird geputzt bis in den hintersten Winkel.

Sanierungsarbeiten am Sonderbau der Tausschule: Vakkas Özdemir arbeitet am Estrich im Untergeschoss. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Sanierungsarbeiten am Sonderbau der Tausschule: Vakkas Özdemir arbeitet am Estrich im Untergeschoss. Foto: A. Becher

Von Nicola Scharpf

BACKNANG. Die Schüler sind ausgeflogen, die Spechte und einige nachahmende Vogelarten hingegen nicht. Die Vögel fühlen sich in der Fassadendämmung, die am Sonderbau der Gemeinschaftsschule in der Taus angebracht ist, so wohl, dass sie auch die Sommerferien auf dem Schulgelände verbringen. Sie sind nicht die Einzigen, die Leben in die ferienstille Schule bringen: Kaum haben sich Schüler und Lehrer in die großen Ferien verabschiedet, rücken an der Gemeinschaftsschule in der Taus die Handwerker an, um mit den Arbeiten im dritten und letzten Bauabschnitt der Generalsanierung zu starten. Kostenpunkt: 840000 Euro. Die 2014 begonnene grundlegende Renovierung des Gebäudes, die sich auf insgesamt rund 4,1 Millionen beläuft, geht auf die Zielgerade.

Während der Sommerferien finden Innenarbeiten im Sonderbau, in dem unter anderem Werkstätten und andere Räume für Fachklassen untergebracht sind, statt. Beispielsweise werden die Beleuchtung und das Mobiliar ausgetauscht. Ziel ist, so Andreas Stier vom Stadtbauamt, dass diese Arbeiten bis zum Ferienende abgeschlossen sind. Auch die Sanierung des alten Ziegeldachs, das noch aus den 1950er-Jahren stammt, soll im Sommer erfolgen: Es wird neu gedämmt und neu eingedeckt. Dass die übrige Sanierung der Außenhülle erst nach Ferienende im Herbst erfolgt, ist der Brutperiode der streng geschützten Spechte geschuldet. Im Vollwärmeschutz aus den 1980er-Jahren haben sich die Vögel häuslich eingerichtet – wohl, so erklärt es Andreas Stier, weil sich das Wärmedämmverbundsystem so ähnlich anhört wie hohles Holz, wenn der Specht dagegen klopft. Unerwünschte Begleiterscheinung: Wasser tritt in die Dämmung ein, es kommt zu Wärmeverlust und hygienischen Problemen. Durch einen höheren Putzauftrag und die Verwendung anderer Materialien will man bei der neuen Dämmung verhindern, dass sich erneut Spechte häuslich niederlassen, so Stier.

Normalerweise geht es während der Sommerferien in Backnangs Schulen zu wie im Taubenschlag: Überall wird ausgebessert, ausgetauscht, repariert, erneuert. Das ist dieses Jahr anders, obwohl die Liste mit Sanierungsarbeiten lang ist. Die Stadt hat Zuschüsse für Sanierungen an insgesamt elf Backnanger Schulen mit einem Gesamtvolumen von elf Millionen Euro beantragt. Die Bewilligung ist auch erfolgt. Allerdings kam der Bescheid erst so kurz vor den Sommerferien, dass der Großteil der Arbeiten ins nächste Jahr geschoben wird.

„Wir sind positiv überrascht, dass alle elf Anträge bewilligt wurden“, sagt Andreas Stier. Vielfach handele es sich bei den anstehenden Arbeiten um Innenraumsanierungen – beispielsweise neue Bodenbeläge oder Ausstattung – oder um Brandschutz- und Elektroarbeiten, Fenstertausch, Lüftungserneuerungen. Im Herbst werde, in Absprache mit den jeweiligen Schulleitern, die Planung der Arbeiten für das nächste Jahr gemacht. „Wir wollen so früh wie möglich starten. Es sollen auch während des Schulbetriebs Arbeiten stattfinden.“ So ist es in diesem Sommer tatsächlich ziemlich still an Backnangs Schulen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs erledigen zwar kleinere Malerarbeiten, Scharen an Handwerkern bleiben dagegen aus.

Beim Großputz wird das Mobiliar ausgeräumt und zwischengelagert

Putzkolonnen aber, die schwärmen aus – nicht nur in Backnang, sondern in allen Schulen erfolgt dieser Tage und Wochen der Großputz der Schulgebäude. In Backnang erledigt eigenes Personal die Generalreinigung beziehungsweise die Leistungen wurden an Firmen vergeben. In den Gemeinden im Umland unterstützen oft Ferienjobber die Putzprofis. So haben beispielsweise Aspach und Spiegelberg Jugendliche eingestellt, die den Raumpflegern und Hausmeistern beim Großputz der jeweiligen Schule und Sporthalle helfen.

Zunächst gilt es, alles Mobiliar aus den Zimmern in ein Zwischenlager zu räumen – in Aspach gehen dabei heuer drei Jungs dem Hausmeister zur Hand. Regale abwischen, Tafeln sauber machen, Böden reinigen: Das ganze Putzprogramm ist dann Aufgabe von vier Mädels, die das Reinigungspersonal unterstützen. Anschließend werden die Klassenräume – den neuen Klassenplänen für das neue Schuljahr entsprechend – wieder eingerichtet. Bis Ende nächster Woche sind die Reinigungskräfte in Aspach noch beschäftigt, in Spiegelberg geht’s eine Woche länger. Zumindest in puncto Sauberkeit könnte das nächste Schuljahr dann schon kommen.

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Erstellt:
2. August 2018, 06:00 Uhr

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