Foto von Maduro geht viral

Riesiger Hype um Nike-Jogginganzug von Venezuelas Diktator

Die Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro ist politisch brisant – doch im Netz dreht sich plötzlich alles um Mode.

Gefesselt, mit Augenbinde – und im Nike-Trainingsanzug: Das Foto von Venezuelas Präsident Maduro geht um die Welt.

© Imago/ZUMA Press, Imago/ABACAPRESS, Nike

Gefesselt, mit Augenbinde – und im Nike-Trainingsanzug: Das Foto von Venezuelas Präsident Maduro geht um die Welt.

Von Jonas Schöll

Dieses Bild sollte Stärke zeigen. Es sollte Macht demonstrieren. Es sollte ein politisches Signal senden. Doch was bleibt hängen? Ein grauer Jogginganzug.

Als US-Präsident Donald Trump das Foto der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro veröffentlichte, war die Botschaft klar: Der sozialistische Machthaber ist erledigt. Gefesselt, mit Augenbinde und Gehörschutz sitzt Maduro an Bord eines US-Kriegsschiffs. Eigentlich ein ernster, historischer Moment. Eigentlich.

Denn das Internet tut, was das Internet so oft tut: Statt über Geopolitik, Völkerrecht oder den Vorwurf des Drogenterrorismus zu diskutieren, bleibt der Blick vieler Nutzer an einem Detail hängen: dem grauen Trainingsanzug von Nike.

Innerhalb von Minuten geht das Foto vom festgenommenen Präsidenten in den sozialen Netzwerken viral. Auf X, TikTok und Instagram tauchen Memes, Fotomontagen und Spottkommentare auf.

Well we know what everyone wearing as a costume this year for Halloween ✔️ https://t.co/E30RZnNcEz — TIME IS DUE ⏳ (@justkoolie) January 3, 2026

Der meistgeteilte Spruch: „Just Did It“ – eine bissige Abwandlung des Nike-Slogans „Just Do It“. Andere witzeln, Nike sei der wahre Gewinner der US-Operation. Oder fragen offen, wie viel Geld wohl für diese „Werbung“ geflossen sei.

Venezuelan President Nicolás Maduro On The Run #Venezuela#MaduroCapturado#Nikepic.twitter.com/L8EAV86u1v — DJ Skandalous (@DJ_Skandalous) January 4, 2026

Der graue Tech-Fleece-Anzug wird über Nacht zum viralen Hit. Nutzer posten Screenshots aus Online-Shops, zeigen ausverkaufte Größen – vor allem XXL. „Maduro-Size sold out“, heißt es spöttisch. Google-Suchen nach dem Modell schießen nach oben. Der Trainingsanzug, den Nike schon 2013 auf den Markt gebracht hatte, ist plötzlich weltberühmt.

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Dabei ist das Outfit kein Luxusprodukt. In den USA kostet das Set rund 260 Dollar, laut Nike aus recycelten Materialien gefertigt. Auch in Stuttgart ist der Anzug erhältlich. Beim Modehaus Breuninger wird ein vergleichbares Nike-Modell für knapp 180 Euro angeboten. Beworben wird es dort als „perfekter Sport-Look“ mit hohem Tragekomfort.

I WONDER HOW MUCH NIKE PAID PRESIDENT TRUMP FOR THAT ADVERT! MY MAN RACK UP MADURO IN A NIKE TECH. pic.twitter.com/VNYWxA5lsJ — $100M (@1irstkor) January 5, 2026

Ob es seit dem Maduro-Foto einen Run darauf gibt, will das Unternehmen auf Anfrage zunächst nicht sagen. Ein Breuninger-Sprecher sagt: „Punktuelle öffentliche Ereignisse oder virale Diskussionen lassen sich aus unserer Sicht nicht eindeutig mit konkretem Kaufverhalten in Verbindung bringen oder kausal bewerten.“ Und weiter sagt er: „Vor diesem Hintergrund können wir keine Aussage zu einem möglichen kurzfristig veränderten Kundeninteresse an einzelnen Artikeln treffen.“

Whats the chance for #Nike use #MADURO as commercial? I mean he made the tracksuit sold out!‍♂️ pic.twitter.com/0ZX8pPLFFv — GTRwen.Eth (@GTRWen) January 5, 2026

In den sozialen Medien dagegen ist ein Hype ausgebrochen. „Wenn zwei kämpfen, gewinnt der Dritte“, schreibt ein Nutzer – und meint Nike. Andere erklären den Look bereits zum Halloween-Kostüm des Jahres. Wieder andere geben zu, den Trainingsanzug nicht mehr neutral sehen zu können: Zu präsent sei das Bild des gefesselten Präsidenten mit Kopfhörern auf dem Schiff.

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Erstellt:
5. Januar 2026, 17:24 Uhr

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