Insolvenz

Rofu Kinderland saniert sich in Eigenverwaltung

Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland, der auch in Baden-Württemberg mehrere Filialen hat, will sich in Eigenverwaltung sanieren. Die Suche nach einem Investor läuft.

Rofu Kinderland hat mehr als 100 Filialen in Deutschland.

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Rofu Kinderland hat mehr als 100 Filialen in Deutschland.

Von Imelda Flaig

Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Dies zielt darauf ab, das Unternehmen langfristig zu erhalten. Das Management bleibt im Amt und wird von Sanierungsspezialisten unterstützt.

Das Geschäft in den bundesweit 104 Filialen läuft weiter – mehrere davon sind in Baden-Württemberg, darunter beispielsweise in Leonberg und Böblingen. Die Gehälter der insgesamt rund 1970 Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Schwaches Weihnachtsgeschäft und Konsumzurückhaltung

„Die Eigenverwaltung bietet die Chance, die notwendigen operativen Sanierungsmaßnahmen beschleunigt umzusetzen. Zudem wird Rofu Kinderland den bereits begonnenen Investorenprozess fortsetzen. Mit einem neuen Investor wollen wir das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen“, sagte Pluta-Sanierungsexperte Marcus Katholing. Als Grund für den Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung nannte das Unternehmen ein schwaches Weihnachtsgeschäft, die anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette sowie den intensiven Wettbewerb.

Die Rofu Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mit Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Hoppstädten-Weiersbach hat sich als Spielwaren- und Babyfachmarkt im Südwesten Deutschlands etabliert und verkauft seit über 40 Jahren Spielwaren aller bekannten Marken, ebenso Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets sowie Puzzle und Gesellschaftsspiele. Weitere Schwerpunkte sind das saisonale Dekorationssortiment für zu Hause sowie Faschingskostüme für Kinder und Erwachsene.

Geschäftsbetrieb in Filialen von Rofu Kinderland läuft weiter

Der Geschäftsbetrieb gehe in allen Filialen uneingeschränkt weiter. Auch im Online-Shop können die Kunden weiter bestellen. Auch mit Lieferanten und Geschäftspartnern laufen Gespräche, um die Betriebsfortführung zu gewährleisten. „In den vergangenen Monaten haben wir bereits ein Sanierungskonzept erarbeitet, um unser Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Diese Maßnahmen werden wir nun im Rahmen der Eigenverwaltung weiter umsetzen“, sagt Geschäftsführer Michael Fuchs.

Das Amtsgericht Idar-Oberstein hat die Rechtsanwältin Annemarie Dhonau LL.M von der Kanzlei Schiebe und Collegen zur vorläufigen Sachwalterin bestellt. Sie überwacht das Verfahren und sorgt dafür, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt werden.

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Erstellt:
21. Januar 2026, 11:34 Uhr

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