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Rummel startet bereits am Donnerstag

Stadtverwaltung gibt einen Ausblick auf Backnangs fünfte Jahreszeit – Plastiktrinkhalme in diesem Jahr zum ersten Mal verboten

Buttons, Bands und Buden: Auch beim 49. Straßenfest gibt es neben altbewährten und geschätzten Traditionen wieder viel Neues. Für alle Fans des Vergnügungsparks besonders interessant: Die Fahrgeschäfte sind bereits am Donnerstagnachmittag in Betrieb – aufgrund des Feiertags allerdings ohne musikalische Untermalung.

Trubel auf dem Rummelplatz gibt es in diesem Jahr schon ab Donnerstagnachmittag – allerdings ohne Musik. Archivfoto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Trubel auf dem Rummelplatz gibt es in diesem Jahr schon ab Donnerstagnachmittag – allerdings ohne Musik. Archivfoto: A. Becher

Von Silke Latzel

BACKNANG. „Ein Zugeständnis an die Besucher und die Schausteller“ nennt Backnangs Bürgermeister Frank Nopper eine besondere Neuerung des diesjährigen Straßenfests: Der Vergnügungspark auf der Bleichwiese kann bereits am Donnerstag von 13 Uhr an besucht werden. Karussell, Riesenrad und Co. drehen dann bis 20 Uhr ihre Runden – allerdings ohne Musik.

Wieso das so ist? „Da das Straßenfest immer traditionell am letzten vollständigen Juniwochenende stattfindet und dabei der Montag immer mitgerechnet wird, ist es in diesem Jahr so, dass wir eine Brückentagsituation haben“, erklärt das Stadtoberhaupt. Das heißt konkret: Der Vergnügungspark ist am Donnerstag schon aufgebaut, die Schausteller müssen ihre Mitarbeiter bezahlen, nehmen aber gleichzeitig nichts ein und die Bürger, die am Feiertag in der Stadt flanieren, haben vielleicht schon Lust, das eine oder andere Fahrgeschäft auszuprobieren. Es ist also quasi ein Gewinn für alle, wenn das Straßenfest auf der Bleichwiese ausnahmsweise schon am Donnerstagnachmittag „beginnt“. Auch von den Kirchen habe man sich vorher natürlich das Einverständnis geholt, ergänzt Kulturamtsleiter Martin Schick.

Neue Bands, Foodtrucks und coole Straßenfest-Buttons

Neben dem frühen Rummel haben sich Stadtverwaltung und Straßenfest-Organisator Jürgen Häfner noch weitere Neuerungen einfallen lassen. So werden beispielsweise bei der Eröffnung des Straßenfests 4900 Straßenfest-Buttons mit 28 verschiedenen Motiven an die Ehrengäste und Besucher verteilt. Wer also etwa mit „KoiZeit – Stroßafeschd“ oder sogar Frank Noppers Konterfei stylish aufwarten will, sollte am Freitag die Eröffnungsrede des Oberbürgermeisters nicht verpassen, denn dort werden nicht nur 49 Minuten lang Freibier ausgeteilt, sondern auch die Buttons. Die restlichen Anstecker – falls noch vorhanden – können Interessierte danach am Stand der Festwirtin ergattern.

Unter den Ehrengästen, die bei der Eröffnung am Freitagabend anwesend sind, werden sich neben lokaler Politprominenz aus Bundestag und Kreistag auch viele Vertreter aus der Wirtschaft und den Partnerstädten Backnangs einfinden. Auch Vanessa Mai wird sich die Ehre geben. „Andrea Berg konnte es noch nicht sicher sagen, aber beim Zapfenstreich am Montagabend wird sie auf jeden Fall dabei sein“, so der Oberbürgermeister. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird das Straßenfest übrigens vom Städtischen Blasorchester eröffnet, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Die Fahnenschwinger der Gruppe Trääs werden vor der Bühne wieder die Backnang-Fahnen schwenken, begleitet von den Turmbläsern in ihren traditionellen Gewändern.

Im vergangenen Jahr zum ersten Mal veranstaltet, fand die Idee bei den Backnangern so viel Anklang, dass es jetzt eine weitere Auflage des Schwätz-, Lob- und Bruddel-Ecks geben wird. An der Ecke Marktstraße/Zur Dilleniusstraße können sich die Bürger am Montagabend um 18 Uhr auf ein „Straßenfestbier oder -wasser“ mit Oberbürgermeister Nopper, dem Ersten Bürgermeister Siegfried Janocha und Baudezernent Stefan Setzer treffen und einfach mal ein Schwätzchen halten. Oder, wie es der Name auch schon sagt, vielleicht auch klassisch schwäbisch drauflos „bruddeln“.

Im Bereich Musik hat sich Organisator Häfner wieder um die richtige Mischung und eine „qualitativ hochwertige Zusammensetzung“ der verschiedenen Bands und Musikstile bemüht. Dabei werden in größten Teilen Bands auftreten, für die das Straßenfest Neuland ist: „Auf der Bühne am Stiftshof sind 75 Prozent der Bands neu, auf dem Marktplatz etwa die Hälfte, im Biegel spielen an allen vier Tagen nur neue Gruppen, also 100 Prozent, und am Obstmarkt sind es ebenfalls 50 Prozent Straßenfestneulinge, die auftreten werden“, so Häfner. Generell sei das Straßenfest eine begehrte Bühne für Künstler, rund 900 Bewerbungen gehen dafür jedes Jahr bei Häfner ein.

Auch der Nachwuchswettbewerb wird in diesem Jahr nicht auf 20 Teilnehmer gedeckelt. So werden 21 junge Künstler versuchen, die Jury von ihrem Können zu überzeugen. „Zehn treten mit Eigenkompositionen an, was uns natürlich sehr freut“, sagt Häfner.

Abfallvermeidung ist ein wichtiges Anliegen

In puncto Verpflegung verspricht Häfner ebenfalls die eine oder andere Überraschung. „Wir haben etliche neue Stände, auch Foodtrucks. Dort werden dann zum Beispiel Burger angeboten.“ Den Biergarten in der Grabenstraße wird es unter neuem Betreiber auch wieder geben. Und oberhalb des Marktplatzes wird in der „Dinkelacker Brauwerkstatt“ ein echter Braumeister erklären, welche Biere er ausschenkt. „Dabei handelt es sich um spezielle Sorten, die es nicht im Handel gibt“, so Häfner. Der FC Viktoria Backnang wird nach den positiven Erfahrungen im vergangenen Jahr einen größeren Stand in der Grabenstraße bei der BW-Bank bekommen. Nicht mit einem Stand vertreten sein wird übrigens der türkische Kulturverein.

„Das Wichtigste ist, dass unsere Gäste friedlich und sicher feiern können. Deshalb überarbeiten wir unser Sicherheitskonzept jährlich“, sagt Gisela Blumer, Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts der Stadt Backnang. Gemeinsam mit der Polizei und Organisator Häfner sei man in der Einsatzzentrale im Seniorenbüro im Biegel als Ansprechpartner Tag und Nacht für die Bürger präsent. „Unter der Nummer 07191/894310 sind wir auch telefonisch zu erreichen.“

Ein ebenfalls wichtiges Anliegen der Organisatoren ist das Thema Abfallvermeidung. „Schon seit Anfang der 90er-Jahre ist bei uns Einweggeschirr verboten. Dafür haben wir ein Pfandsystem.“ Auch Plastikstrohhalme sind seit diesem Jahr ausdrücklich untersagt. Nopper ergänzt: „Man muss schon ehrlich sein: In der Umsetzung klappt das nicht immer zu 100 Prozent, es gibt immer mal wieder Standbetreiber, die die Plastikbecher rausholen, wenn wir nicht hinschauen.“ Man sei sich des Problems aber bewusst, kontrolliere während des Fests regelmäßig. „Und im Notfall gibt es dann Bußgelder oder die Genehmigung zum Ausschank wird widerrufen“, erklären Blumer und Häfner und haben eine Bitte an die Besucher: „Plastikflaschen von zu Hause mitbringen ist völlig in Ordnung. Aber bitte dann auch wieder mitnehmen und nicht den Müll einfach so in der Stadt liegen lassen.“

Ebenfalls aus umwelttechnischen Gründen setzen die Veranstalter auf den öffentlichen Nahverkehr. Alle Linien fahren über das Festwochenende wie gewohnt. Außerdem gibt es zusätzliche Spätbusse ins Umland. Die Spätbusse verkehren in Richtung Althütte, Aspach, Auenwald, Heiningen, Marbach am Neckar, Murrhardt und Weissacher Tal. Auf den meisten Linien fahren für Spätheimkehrer noch einmal Busse nach 1 Uhr. Nur der letzte Bus nach Sachsenweiler fährt bereits Punkt 0 Uhr. Die genauen Abfahrtszeiten sind unter www.backnanger-strassenfest.de zu finden. Fahrpläne für S-Bahnen und Nachtbusse gibt es unter www.vvs.de.

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Erstellt:
19. Juni 2019, 06:00 Uhr

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