Sanierung des Freibads muss vorerst warten

Oppenweiler Gemeinderat hebt Ausschreibung für die Arbeiten auf – Eingegangenes Angebot sprengt den Kostenrahmen

Die Umrandung des Kombibeckens im Freibad Oppenweiler ist in die Jahre gekommen. Eine Firma für die Sanierungsarbeiten zu finden, gestaltet sich aber schwierig. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Die Umrandung des Kombibeckens im Freibad Oppenweiler ist in die Jahre gekommen. Eine Firma für die Sanierungsarbeiten zu finden, gestaltet sich aber schwierig. Foto: J. Fiedler

Von Lorena Greppo

OPPENWEILER. Schon als im Januar bei der Vergabe der Ingenieursleitungen die erste Schätzung vorlag, waren die Gemeinderäte in Oppenweiler, milde gesagt, erstaunt: 150000 Euro sollte die Sanierung des Beckenkopfs am Kombibecken im Mineralfreibad kosten. „Da haben wir alle geschluckt“, hatte in jener Sitzung Wilfried Klenk, zu jenem Zeitpunkt stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, gesagt. Dennoch, man kam überein, dass die Sanierung notwendig sei und schrieb die Arbeiten in der Folge aus. Nun stand das Freibad in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wieder auf der Tagesordnung. Und wieder hielt das Thema eine böse Überraschung für die Gremiumsmitglieder bereit. Ein einziges Angebot war eingegangen, in Höhe von knapp 343000 Euro. „Dieses Angebot ist jenseits von Gut und Böse“, urteilte Gudrun Rauh, die Fraktionsvorsitzende der Freien Gemeindeliste (FGL). Den Grund dafür sieht Bürgermeister Bernhard Bühler in der überhitzten Konjunktur. „Egal, wo man hinschaut, ist es sehr kritisch“, sagte er. Die Baufirmen seien gut ausgelastet und könnten sich ihre Aufträge aussuchen. „Diese Aufgabe hat auch sehr viele Risikopotenziale“, erklärte Bühler. Der Beckenkopf soll nämlich erneut mit Fliesen gestaltet werden. Da könne viel kaputt gehen. Und bei den Fugen bestehe immer die Gefahr, dass etwas nicht ganz dicht bleibt. Ähnliches habe er in Kernen im Remstal erleben müssen, wo Bühler zuvor als Hauptamtsleiter tätig war.

Eines machte der Bürgermeister aber unmissverständlich klar: „Zu dem Preis lassen wir die Arbeiten nicht machen, definitiv nicht.“ Etwa 170000 Euro wolle die Gemeinde dafür ausgeben. Bis ein akzeptables Angebot eingeht, muss die Sanierung des Bads also warten. Die öffentliche Ausschreibung wird auf Empfehlung eines Planungsbüros aufgehoben. Nun stellte sich aber die Frage: Wie soll weiter verfahren werden? Bühler will nun das direkte Gespräch mit den Firmen suchen und gemäß der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen in eine sogenannte freihändige Vergabe wechseln. Das bedeutet, die Aufträge können ohne ein förmliches Verfahren vergeben werden. Rauh schlug beispielsweise vor, jene Firma zu kontaktieren, die das Planschbecken im Freibad saniert hat. Diese habe einen guten Job gemacht.

Weil aber der Gemeinderat erst gegen Ende September erneut zusammenkommt, erbat der Bürgermeister, die Verwaltung damit zu beauftragen, den Auftrag eigenständig entsprechend einem Vergabevorschlag des Planungsbüros zu vergeben. Das geschehe natürlich nur, wenn des Angebot im Rahmen der Kostenberechnung liege, versicherte Bühler. Was aber passiert, wenn die Angebote der kontaktierten Firmen nicht im Rahmen liegen, fragte Gerlinde Stahl (FWV). „Was macht die Verwaltung dann?“ Dann werde der Auftrag nicht vergeben, machte Bühler klar.

Der Bürgermeister regte außerdem an, sich über eine alternative Form des Beckenkopfs Gedanken zu machen. „Ein mit Fliesen ausgekleideter Beckenkopf im Freien ist eigentlich nicht tragfähig“, fand er. Bei diesem könne man bei Bedarf nur schwer nachbessern, auch habe man nach einer Sanierung nur zwischen 10 und 15 Jahre Ruhe. „Mehr aber auch nicht.“ Bühlers Vorschlag: „Wir könnten auch noch etwas warten und in Richtung Edelstahl planen.“ Das halte länger und man habe weniger Probleme etwa mit der Dichtung. Darüber könne man sich ja Gedanken machen – während die Gemeindeverwaltung sich bezüglich der Sanierung mit den einschlägigen Firmen in Kontakt setzt.

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Erstellt:
3. August 2018, 06:00 Uhr

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