Anleger bleiben skeptisch
SAP-Aktie um 15 % gefallen in einer Woche - Die Gründe
Die SAP-Aktie hat in der vergangenen Woche einen deutlichen Kursrückgang von knapp 15 Prozent verzeichnet. Trotz eines Rekordgewinns und optimistischer Prognosen reagierten Anleger skeptisch. Was ist da los?
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Die SAP-Aktie ist in der vergangenen Woche um 15 Prozent gefallen. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kursrückgang ausgelöst haben und wie die langfristigen Perspektiven des Unternehmens aussehen.
Von Matthias Kemter
Mit einem aktuellen Kurs von 168 Euro liegt die SAP-Aktie knapp 15 Prozent tiefer als noch vor einer Woche, als sie auf der 200-Euro-Marke notierte und sogar 23 Prozent unter dem Monatshoch von 219,40 Euro. Der Kurssturz der letzten Woche begann nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, die zwar solide Ergebnisse zeigten, jedoch die Erwartungen in einem entscheidenden Bereich nicht erfüllen konnten. Insbesondere das Cloudgeschäft, ein zentraler Wachstumstreiber, enttäuschte die Anleger.
Schwaches Wachstum im Cloudgeschäft
Ein Hauptgrund für den Kursrückgang ist das schwächere Wachstum im Cloudgeschäft. Der sogenannte Current Cloud Backlog, der die vertraglich zugesicherten Einnahmen für die nächsten zwölf Monate umfasst, stieg währungsbereinigt um 25 Prozent. Damit blieb SAP jedoch hinter der eigenen Zielvorgabe von mindestens 26 Prozent zurück. Diese Kennzahl gilt als wichtiger Indikator für zukünftige Umsätze, weshalb die Abweichung vom Ziel die Marktteilnehmer verunsicherte. Zudem führten geopolitische Unsicherheiten und die Nachfrage nach souveränen Cloudlösungen zu Verzögerungen bei Vertragsabschlüssen.
Insiderkäufe als Signal des Vertrauens
Trotz des Kursrückgangs haben mehrere Vorstandsmitglieder von SAP Aktien des Unternehmens gekauft. Finanzvorstand Dominik Asam erwarb am 30. Januar Aktien im Wert von über einer Million Euro, während sein Kollege Sebastian Steinhäuser bereits am Vortag Aktien für 350.000 Euro kaufte. Solche Insiderkäufe werden oft als Zeichen des Vertrauens in die zukünftige Entwicklung des Unternehmens gewertet, konnten den Abwärtstrend jedoch bislang nicht stoppen.
Marktumfeld und externe Faktoren
Neben den unternehmensspezifischen Herausforderungen leidet die SAP-Aktie auch unter einem schwierigen Marktumfeld. Negative Währungseffekte, insbesondere durch den schwachen Dollar, reduzierten das Umsatzwachstum um etwa drei Prozentpunkte. Gleichzeitig belasteten geopolitische Spannungen und die zunehmende Konkurrenz im Bereich Künstliche Intelligenz die gesamte Softwarebranche.
Langfristige Perspektiven
SAP bleibt trotz der aktuellen Herausforderungen optimistisch. Das Unternehmen plant, das Wachstum in den kommenden Jahren zu beschleunigen und die Profitabilität weiter zu steigern. Für 2026 erwartet SAP ein Wachstum im Cloudgeschäft. Ob diese Ziele erreicht werden können, bleibt jedoch abzuwarten, da die Anleger derzeit vorsichtig agieren.
