Schäppel-Macherin fürchtet Trachten-Sterben

dpa St. Peter. Anita Wehrle, eine der allerletzten Produzentinnen der traditionellen Schwarzwälder Schäppel, sieht die Trachten ihrer Heimat kurz vor dem Aussterben. „Tracht ist out, wie die Leute heute sagen“, sagte die 78-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Viele wissen gar nicht mehr, wie man das trägt.“ Und Schäppel - also Trachtenkrönchen für Mädchen ab der Kommunion bis zur Hochzeit - bestelle auch niemand mehr.

Die Schäppel-Macherin Anita Wehrle. Foto: Violetta Heise/dpa/Archivbild

Die Schäppel-Macherin Anita Wehrle. Foto: Violetta Heise/dpa/Archivbild

Schäppel gehören zur Tracht von Wehrles Schwarzwaldgemeinde St. Peter und bestehen aus Bast und unzähligen Perlen, die an einem filigranen Drahtgerüst befestigt sind. Mädchen, die einen Schäppel (von französisch „chapeau“ - Hut) tragen wollen, brauchen lange Zöpfe, an denen das Krönchen mit Bändern befestigt wird.

In den 1980er-Jahren, als sie das Handwerk lernte, habe sie immer gut zu tun gehabt, sagte Wehrle. „Das hätt man nie gedacht, dass es mal so zurückgeht. So endet's irgendwie.“ Auch der Baden-Württembergische Trachtenverband sieht die Gefahr, dass das Handwerk aussterben könnte. „Das müssen wir vom Verband in den nächsten Jahren besonders in den Blick nehmen“, sagte Reinhold Frank vom baden-württembergischen Trachtenverband. Die Trachtenvereine im Südwesten klagten aber akut nicht über einen Mitgliederschwund.

© dpa-infocom, dpa:210808-99-765625/2

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Erstellt:
8. August 2021, 09:09 Uhr

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