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Schlechte Erdbeerernte wegen Witterung in Baden-Württemberg

dpa/lsw Bruchsal. Klein, süß, rot, beliebt: Erdbeeren sind für viele Leckerschmecker das ideale Sommerobst. In dieser Saison tun sich die Bauern allerdings schwer mit einer guten Bilanz: Die Stimmung ist den meisten schlicht verhagelt worden.

Ein Erntehelfer pflückt auf einem Feld frische Erdbeeren. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archivbild

Ein Erntehelfer pflückt auf einem Feld frische Erdbeeren. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archivbild

Lange Gesichter bei den Erdbeerbauern in Baden-Württemberg: In dieser Saison wurde nicht nur deutlich weniger geerntet, die Qualität der Beeren ist zum Teil auch schlechter und dennoch hat die Ernte mehr Arbeit als sonst gemacht. Der Regen der vergangenen Monate habe den Bauern im Südwesten zugesetzt, sagte der Geschäftsführer der Bruchsaler Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden (OGA), Hans Lehar, der dpa. „Die Erdbeersaison in Baden-Württemberg ist beinahe vorüber, die Erntemenge liegt jedoch deutlich unter der des Vorjahres.“ Viele Erdbeeren mussten demnach schon auf dem Feld aussortiert werden.

„Die Witterung in diesem Jahr war extrem schwierig“, erklärte Lehar. Hagel und starker Regen hätten die weichen Früchte leicht verletzt. Ohne Pflanzenschutzmittel würden die Beeren schnell von Bakterien und Pilzen befallen. Die Vorgaben des Lebensmitteleinzelhandels gegen Pflanzenschutzmittel wirkten sich in einem Jahr wie diesem mit entsprechend schlechter Ernte aus, sagte Lehar.

Gerade im Freiland habe der Regen die Obstbauern stark getroffen, sagte auch Simon Schumacher, der Sprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauern (VSSE). Viele Früchte wurden laut Schumacher durch Foliengewächshäuser gerettet. Bei Pilzbefall müsse man eigentlich die kranken Früchte schnell rauspflücken, sagte Schumacher. Problematisch habe sich daher auch der Mangel an Erntehelfern ausgewirkt.

Die Erdbeeren in den Supermärkten waren wegen der schlechten Ernte in diesem Jahr teurer. Und die wirtschaftlichen Folgen für die Bauern sind noch nicht absehbar. „Wir wissen noch nicht, ob der höhere Preis die geringe Erntemenge kompensieren konnte“, sagte Schumacher.

Obwohl im süddeutschen Raum die Erdbeersaison großteils gelaufen ist, sind letzte Sorten noch nicht geerntet worden. Größere Mengen kommen jetzt zum Saisonhöhepunkt aus dem Norden und Nordosten.

Bei den Freiland-Anbauflächen liegt Niedersachsen dem Bundesverband zufolge mit 2866 Hektar vor Nordrhein-Westfalen mit 2416 Hektar und Baden-Württemberg mit 2136 Hektar. Beim geschützten Anbau, also etwa beim Anbau unter Folientunneln zum Saisonstart, liegt hingegen Nordrhein-Westfalen mit 473 Hektar Anbaufläche vor Baden-Württemberg mit 347 Hektar und Hessen mit 163 Hektar. Die Anbauflächen im Freiland sind deutschlandweit von 13 337 Hektar im Jahr 2016 auf 12 494 Hektar im Jahr 2018 zurückgegangen. Die Anbauflächen im geschützten Anbau hingegen sind von 963 Hektar (2016) auf 1504 Hektar (2018) gestiegen.

Deutschland ist bei Erdbeeren auf Importe aus dem Ausland angewiesen: Insgesamt wurden hierzulande im vergangenen Jahr rund 232 500 Tonnen Erdbeeren verbraucht, geerntet wurden aber nur etwa 141 500 Tonnen - der Selbstversorgungsgrad liegt damit bei knapp 61 Prozent. Pro Kopf hat jeder Deutsche im Schnitt 2,8 Kilo Erdbeeren verbraucht, sagte Elke Schickedanz vom Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse in Berlin.

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Erstellt:
22. Juni 2019, 09:13 Uhr

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