Wintereinbruch
Schneewalze Leonie – wo ist es am schlimmsten?
Deutschland versinkt im Schnee: Leonie bringt noch mehr Weiß und gefährliches Glatteis. Schuld ist auch der Polarwirbel, und in einigen Regionen bleibt es kritisch.
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Der Polarwirbel bringt 2025/2026 weltweit das Wetter durcheinander.
Von Michael U. Maier
Ein aggressives Schneetief mit dem netten Namen Leonie sorgt aktuell in weiten Teilen Deutschlands für winterliches Chaos. Baden-Württemberg bleibt nicht verschont, aber besonders der Osten und Nordosten des Landes sind weiter von erheblichen Schneefällen und gefährlichem Glatteis betroffen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Neuschneemengen zwischen 10 und 20 Zentimetern, örtlich können die Mengen sogar noch höher ausfallen.
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Schneechaos im Norden und Osten
Besonders kritisch ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern, wo der Bahnverkehr massiv eingeschränkt ist. Regionalzüge können derzeit weder von Rostock noch von Stralsund aus bis nach Berlin fahren. Oberleitungen und Weichen sind vereist, was zum Ausfall zahlreicher Verbindungen führt.
Auch in Sachsen-Anhalt hat der DWD eine Warnung der Stufe 1 ausgesprochen. Leichter Schneefall, Frost und gefährliche Straßenverhältnisse sorgen hier für erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen. Erste Glätte-Unfälle wurden bereits in der Nacht gemeldet.
Die Temperaturen in Ostdeutschland bewegen sich um den Gefrierpunkt, während im Westen Deutschlands allmählich mildere Temperaturen zu erwarten sind. In den östlichen Regionen steigen die Werte auch tagsüber selten über 0 Grad.
Gefährlicher Eisregen
Besonders problematisch ist der Eisregen, der in einigen Regionen auftritt. Dabei trifft wärmere Luft aus höheren Schichten auf gefrorenen Boden, wodurch der Regen sofort bei Kontakt mit Straßen, Brücken oder Gehwegen gefriert. Schon dünne Eisschichten reichen aus, um den Verkehr erheblich zu beeinträchtigen.
Von der Lausitz bis tief nach Brandenburg hinein droht massives Glatteis. Gefrierender Niederschlag verwandelt hier Straßen und Gehwege in gefährliche Rutschbahnen, was zu zahlreichen Unfällen führen kann.
Weiter Regen, Schnee und Glatteisgefahr
Der DWD erwartet in den nächsten Tagen einen Mix aus Regen und Schnee. Die Glatteisgefahr bleibt weiterhin bestehen. „In der Nacht zum Dienstag klingt der Schneefall allmählich ab, sodass der Dienstag selbst erst einmal recht ruhig startet“, sagt DWD-Meteorologe Tobias Reinartz.
Im Tagesverlauf greifen die Niederschläge jedoch von Baden-Württemberg her wieder auf Deutschland über. „Dabei gibt es einen Mix aus Regen, Schnee und wohl vorwiegend über der Mitte gefrierendem Regen mit Glatteisgefahr.“
Die größte Glättegefahr sieht der DWD in den Mittelgebirgen. Insgesamt bleibt die Wetterlage unbeständig. Während im Westen und Südwesten eher Regen zu erwarten ist, könnte es in Richtung Norden und Osten weiterhin schneien. In einigen Regionen der Nordosthälfte bleibt es bei Dauerfrost.
Polarwirbel-Störung bringt arktische Luft
Mehrere Wetterexperten weisen zudem auf eine mögliche Schwächung des Polarwirbels hin, was dazu führen könnte, dass arktische Luft weiter nach Mitteleuropa vordringt. Längerer Frost ist daher nicht auszuschließen.
Besondere Vorsicht ist bei Fahrten auf winterlichen Straßen geboten. Vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden kann es durch überfrierende Nässe zu gefährlich glatten Straßen und Gehwegen kommen.
