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Schon viel geschafft in einem Monat

2,4 Millionen Euro teure Sanierung des Freibads Erbstetten liegt im Zeitplan – Becken wird komplett in Edelstahl gefertigt

Genau vor einem Monat begannen die Sanierungsarbeiten im Freibad Erbstetten. In dieser Zeit ist bereits viel geschehen. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Bauleiter Ralf Bauer. Wenn das Wetter weiterhin gut mitspiele, könne das „neue“ Bad zu Beginn der kommenden Saison eröffnen.

Jede Woche treffen sich die Verantwortlichen auf der Bädle-Baustelle in Erbstetten (von links): Wassermeister Antal Cserniczky, Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz, Diplomingenieur Jochen Rausenberger vom Planungsbüro Richter+Rausenberger, Bauamtsleiterin Ursula Maierhöfer, Bauleiter Ralf Bauer und Schwimmmeisterin Jessica Bubeck. Im Hintergrund links ist der Teilabbruch des 33 Meter langen Beckens zu sehen. Rechts ist ein großes, vier Meter tiefes Loch ausgebaggert worden. Dort entsteht der Schwallwasserbehälter mit Pumpenraum. Die Bodenplatte ist bereits betoniert. Foto: F. Muhl

© flo

Jede Woche treffen sich die Verantwortlichen auf der Bädle-Baustelle in Erbstetten (von links): Wassermeister Antal Cserniczky, Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz, Diplomingenieur Jochen Rausenberger vom Planungsbüro Richter+Rausenberger, Bauamtsleiterin Ursula Maierhöfer, Bauleiter Ralf Bauer und Schwimmmeisterin Jessica Bubeck. Im Hintergrund links ist der Teilabbruch des 33 Meter langen Beckens zu sehen. Rechts ist ein großes, vier Meter tiefes Loch ausgebaggert worden. Dort entsteht der Schwallwasserbehälter mit Pumpenraum. Die Bodenplatte ist bereits betoniert. Foto: F. Muhl

Von Florian Muhl

BURGSTETTEN. Einmal pro Woche – mindestens – treffen sich alle Verantwortlichen auf der Bädle-Baustelle. „Wir sind ziemlich durch mit den Abbrucharbeiten im Becken“, erläutert Ralf Bauer. Zum weiteren Vorgehen sagt der Bauleiter vom Planungsbüro Richter+Rausenberger aus Gerlingen: „Wir beginnen jetzt mit den Abbrucharbeiten im Gebäude. Das wird entkernt, also auf den Rohzustand gebracht. Dort hinein wird die neue Technik installiert.“

Das Betonbecken, bei dem der Beckenkopf sowie die südliche Stirnseite bereits fehlen, wird so, wie es ist, verbleiben. „Im Becken baut als Nächstes eine Firma eine Sondergründung ein. Es wird durch den Betonboden gebohrt und es werden zirka 50 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 22 Zentimetern bis zu acht Meter tief eingebaut“, sagt Bauer, der im Planungsbüro für den Hoch- und Tiefbau zuständig ist. Wenn die Gründung fertig ist, wird in das Betonbecken hinein ein Becken aus Edelstahl, aus V4A, eingebaut. Damit wird im Bädle auch die typische lichtblaue Schwimmbadfarbe verschwinden. Im silberfarbenen Becken wird das Wasser später grau erscheinen.

„Wir haben uns im Gemeinderat wegen der Langlebigkeit dazu entschieden, das ganze Becken aus Edelstahl zu bauen“, sagt Irmtraud Wiedersatz. „Das hat eine Lebensdauer von 50 Jahren. Bei der günstigeren Variante Folie mit einem Beckenkopf aus Edelstahl beträgt die Lebensdauer nur 15 bis 20 Jahre“, so die Bürgermeisterin weiter. Bauer geht nur wenige Schritte weiter. „Und hier haben wir eine große, fast vier Meter tiefe Baugrube, da entsteht ein Schwallwasserbehälter mit Pumpenraum. Das Wasser im Becken wird später vertikal durchströmt. Das heißt, das Wasser wird vom Boden eingeströmt und fließt oben über den Beckenkopf in eine ringsherum verlaufende Rinne und wird dann zum Schwallwasserbehälter geführt.“ Dieser habe eine Art Pufferspeicher. Wenn viele Leute im Becken sind, kommt dann nicht der ganze Druck auf die Pumpen zu, erläutert der Bauleiter. „Vom Gesundheitsamt wird ja gefordert, dass 100 Prozent vom Wasser, das eingeströmt wird, über die Überlaufrinne auch wieder weggeht.“ Die Überlaufkante muss laut Bauer auf die ganze Länge eine Genauigkeit von plus/ minus zwei Millimetern haben.

Und der Zeitplan? „Bis jetzt passt’s, das Wetter macht mit. In diesem Jahr soll auf jeden Fall noch der Rohbau für den Schwallwasserbehälter stehen. Dann wollen wir so weit wie möglich mit dem Technikgebäude kommen und am Becken mit den Edelstahlarbeiten vorankommen.“ Allerdings sei Edelstahl bei Minusgraden schlecht zu schweißen. „Sobald der Arbeitsraum für den Schwallwasserbehälter wieder verfüllt ist, können wir mit dem kleinen Becken beginnen.“

Info
Zahlen und Fakten

Insgesamt 26450 Badegäste besuchten in diesem Jahr das Freibad in Erbstetten. Mit dieser Bilanz sind die Betreiber zufrieden, auch deshalb, weil man damit über dem Durchschnitt liege, wie Schwimmmeisterin Jessica Bubeck sagt. Allerdings war die Besucherzahl im vergangenen Jahr mit 29700 noch höher.

Für die Sanierung des Freibads Erbstetten sind rund 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Ob dieser Betrag ausreichen wird, kann erst nach Ausschreibung aller Gewerke gesagt werden.

Vom Land erhält die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von rund einer halben Million Euro. Die erhoffte Finanzspritze vom Bund blieb aus. Bei verschiedenen Aktionen von vielen ehrenamtlichen Helfern waren rund 215000 Euro an Spenden fürs Bädle zusammengekommen.

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Erstellt:
10. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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