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Schwarzpappel soll im Murrtal heimisch werden

Kirchberger Angelsportverein und Hegegemeinschaft unterstützen damit auch die Aktion 1000 mal 1000 Bäume im Ländle

Schwarzpappel: Solche Bäume sollen entlang der Murr gepflanzt werden – vom Ursprung bis zur Mündung. Foto: Adobe Stock/LFRabanedo

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Schwarzpappel: Solche Bäume sollen entlang der Murr gepflanzt werden – vom Ursprung bis zur Mündung. Foto: Adobe Stock/LFRabanedo

Von Ingrid Knack

KIRCHBERG AN DER MURR. Um ein konkretes Zeichen für gelebten kommunalen Klimaschutz zu setzen, hat der Gemeindetag Baden-Württemberg die Aktion 1000 Bäume pro Gemeinde und damit 1000 mal 1000 Bäume im ganzen Ländle angeregt. Bis zum Tag des Baumes am 25. April sollen die Pflanzungen über die Bühne gegangen sein. Da passt es gut, dass die Hegegemeinschaft Einzugsgebiet Murr (HGEZG), bei der der Angelsportverein Kirchberg Mitglied ist, die Schwarzpappel im Murrtal wieder heimisch machen will. Auch, weil in Kirchberg der wesentliche Teil der Bäume im Gemeindewald gepflanzt werden soll, was weniger öffentlichkeitswirksam ist als eine groß angelegte Aktion entlang der Murr. Bürgermeister Frank Hornek informierte jetzt im Gemeinderat über die Pläne: „Schon seit Längerem ist die Gemeindeverwaltung in diesem Rahmen auf der Suche nach einer sichtbaren Pflanzaktion einiger Bäume.“ Um das Engagement der Gemeinde im Wald zu konkretisieren, wird es überdies nach den Worten des Bürgermeisters in nächster Zeit Gespräche mit der neuen Forstleitung und dem Revierförster geben.

Die Planungen für die Schwarzpappelpflanzung hingegen haben schon Gestalt angenommen. Die Gemeinde prüfte bereits einige ihrer Grundstücke auf Eignung für das Anliegen der Angler. Wie der beratende Biologe der Hegegemeinschaft, Justin Guest, erklärte, sollen etwa 55 Schwarzpappeln unterschiedlicher Größe auf Kirchberger Gemarkung gesetzt werden. Allerdings ist die Aktion der Hegemeinschaft insgesamt viel größer angelegt. Gemeinden im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Ludwigsburg im Bereich zwischen Murrquelle in Vorderwestermurr bis zur Mündung der Murr in den Neckar machen mit. Von einigen Bürgermeistern liegt schon die Zusage auf dem Tisch, mit anderen muss noch geredet werden. Auch das Landratsamt Rems-Murr unterstützt das Projekt, das dabei hilft, der Murr ihre Vielfalt zurückzugeben und das Ökosystem zu verbessern. Wie Guest wissen ließ, wurden im Bereich Oberschöntal mit 25 Grad schon erschreckend hohe Wassertemperaturen gemessen. „Und das bei einem Fließgewässer“, bekräftigten Vlado Pajurin, Bezirksreferent für Angelfischerei Nordwürttemberg und Vorsitzender der Hegegemeinschaft, sowie Markus Weber, zweiter Vorsitzender der Hegegemeinschaft, die Dimension der Gewässererwärmung. Dem will man unter anderem mit dem Schatten der Schwarzpappeln entgegensteuern.

Für die Schwarzpappelaktion kommen auf die Gemeinde Kirchberg Kosten zwischen 8000 und 10000 Euro zu. Vielleicht gibt es sogar ein paar Punkte fürs Ökokonto, jedoch „in untergeordnetem Umfang“, erklärte Hornek. Wobei diese auch nicht der Sinn und Zweck des Projekts sind. Justin Guest ging in der Ratssitzung näher auf die vom Aussterben bedrohte Baumart Schwarzpappel ein. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis zur Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel sei es einer in Schwäbisch Hall beheimateten Baumschule als einziger Baumschule in Süddeutschland gelungen, die Schwarzpappeln am Neckar zu erhalten. Dank der letzten rund 140 noch erhaltenen Altbäume im Ländle hat diese Maßnahmen zur Vermehrung der Bäume realisiert – was 2011 begann. Später soll auf natürliche Vermehrung gesetzt werden – es gibt männliche und weibliche Bäume. Die Altbäume sind am Neckar und seinen Zuflüssen zu finden. 35 unterschiedliche Genotypen existieren. Das Bundesministerium für Landwirtschaft überwacht sämtliche Vermehrungs-, Anzucht- und Vermarktungsvorgänge. Die Schwarzpappel wächst auch auf einem Sand-Geröll-Gemisch, gerne auf Inseln im Fluss, so Guest. Zuwächse von einem Meter im Jahr seien bei guten Bedingungen keine Seltenheit.

Die Pflanzaktion, die vom Gemeinderat unterstützt wird, ist am 7. März geplant. Dies soll der offizielle Auftakt der Aktion im gesamten Murrtal werden. Die Gemeinde Kirchberg arbeitet dabei mit lokalen Vereinen unter Leitung der Hegegemeinschaft zusammen. Justin Guest: „Wir finden, das ist eine gute Sache für Kirchberg, für die Bäume, für den Fluss.“

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Erstellt:
22. Februar 2020, 16:00 Uhr

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