Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Schwarzwälder Knotentanz

TV-Vorschau„Damian“, der dritte „Tatort“-Fall aus Freiburg, führt durch ein Panoptikum

Vorschau - „Damians“ Zustand ist schwer auszuhalten. Wie der ganze nach ihm benannte Fall.

Freiburg Was ist denn mit dem Typ los? Faselt manisch Jura-Zeugs vor sich hin und will an der Uni eine Prüfung schreiben, die schon vor drei Wochen stattgefunden hat. Hat der eine Macke? Ist Damian Rombach (Thomas Prenn) Opfer seines leistungsorientierten Jura-Studiums? Seiner Eltern, die es lieber gesehen hätten, dass der Sohnemann das eingeschlafene Gasthaus auf dem Land übernimmt? Ist er am Ende ein Mörder?

Der dritte und düstere Fall aus dem Schwarzwald trägt seinen Namen: „Damian“. Kurz gehört der so verwirrte wie blasse Jura-Student zu den Verdächtigen. Er könnte eine Siebzehnjährige und ihren Tennislehrer getötet haben. Aber Damian hat ein Alibi mit Seltenheitswert: Knotentanzkurs in seiner Burschen-, genauer gesagt, Landsmannschaft.

Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) liegt im Krankenhaus, Franziska Tobler (Eva Löbau) muss ausnahmsweise mit Luka Weber (Carlo Ljubek) ermitteln. Sie kennen sich. Viel entscheidender: Sie sind so müde. Schlafen ständig ein, müssen auf diesen Beschluss, jene Ergebnisse warten, lutschen verzweifelt Bonbons mit Koffein und beißen sich an diesem Fall die Zähne aus. So sehenswert zäh sich die Ermittlungsarbeiten zwischen kruden Aktenstapeln und sinnlosen Besprechungen gestalten, so rasant geht es in Damians verkorkstem Inneren bergab. Dass er Stimmen hört, ist in diesem Fall nur eine der Wahrnehmungsverzerrungen.

Als gebäre der Schwarzwald nur die schrägsten Vögel, müssen Tobler und Weber hier an Teddys mit BH vorbei und an Männern, die entweder Frauenunterwäsche tragen oder die Brötchen kauend „zur Sicherheit“ im Auto vor dem Eigenheim sitzen, während die Ehefrau drinnen Freier empfängt. Hübsche Untermalung des bizarren Panoptikums der Psychos: „Felicita“ von Al Bano und Romina Power oder auch „I wonder why“ von Curtis Stigers. Ein fieses Spiel mit Sinneseindrücken treibt der Regisseur Stefan Schaller da. Und wie er all die Irrungen, Wirrungen, Spinner und Wendungen verknüpft, kann alibimäßig als ganz großer Knotentanz beschrieben werden.

Zum Artikel

Erstellt:
22. Dezember 2018, 03:14 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!