Seit April zurück

Schweizer Kreuzfahrtpassagier mit Hantavirus wird in Zürich behandelt

Ein Mann von der „Hondius“, der bereits Ende April in die Schweiz zurückkehrte, ist positiv auf das Andenvirus getestet worden. Die Gefahr für die Bevölkerung soll aber gering sein.

Das USZ verfügt über eine speziell ausgerüstete Isolierstation.

© AFP/ENNIO LEANZA

Das USZ verfügt über eine speziell ausgerüstete Isolierstation.

Von Michael Maier/dpa

Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ ist nach seiner Rückkehr in die Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet worden. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich behandelt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Der Patient sei zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von seiner Reise nach Südamerika zurückgekehrt.

Nachdem er Krankheitssymptome wahrgenommen hat, begab er sich nach telefonischer Absprache mit seiner Hausärztin zur Abklärung ins USZ. Dort wurde er umgehend isoliert. Ein Test, der im Referenzlabor des Universitätsspitals Genf (HUG) durchgeführt wurde, ergab laut BAG ein positives Resultat auf ein Hantavirus.

Andenvirus bestätigt

Es handelt sich dabei um das „Andes-Virus“, ein Hantavirus, das in Südamerika vorkommt. Anders als für die europäischen Hantaviren, die durch Ausscheidungen von infizierten Nagetieren übertragen werden, wurden für die amerikanische Hantavariante selten auch Übertragungen von Mensch zu Mensch beobachtet. Allerdings erfolgen die Übertragungen nur bei engem Kontakt. Deshalb hält das BAG das Auftreten weiterer Fälle in der Schweiz für unwahrscheinlich. Das Risiko für die Bevölkerung in der Schweiz sei gering.

Isolierstation im Universitätsspital Zürich

Die Klinik sei auf solche Fälle vorbereitet und gewährleiste die Sicherheit sowohl des Personals als auch aller Patientinnen und Patienten, hieß es. Die Ehefrau des Patienten zeige keine Symptome, habe sich aber vorsorglich in Selbstisolation begeben, so die Behörde weiter.

Auf der „Hondius“ waren drei Menschen nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben - ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Drei Erkrankte sollen nach Angaben des niederländischen Außenministeriums von Bord geholt und ausgeflogen werden. Das kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.

EU-Zivilschutzmechanismus aktiviert

Spanien hat eine Aufnahme der „Hondius“ auf den Kanaren in Aussicht gestellt. Bei einer Pressekonferenz am Mittag im Regierungssitz La Moncloa in Madrid wurde zudem die Aktivierung des EU-Zivilschutzmechanismus bekannt gegeben. Das heißt, dass die Mitgliedsstaaten Ressourcen zur Bewältigung der Situation bereitstellen müssen. Alle Passagiere sollen in ihre jeweiligen Heimatländer geflogen werden. Gesundheitsministerin Mónica García hat aber zunächst umfassende Untersuchungen in einem Militärkrankenhaus auf den Kanaren angekündigt.

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Erstellt:
6. Mai 2026, 14:28 Uhr
Aktualisiert:
6. Mai 2026, 14:32 Uhr

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